Mit einem Vorwort von Henry A. Kissinger. Weder das alte Europa noch die Neue Welt geben in der derzeitigen weltpolitischen Lage eine überzeugende Vorstellung. Die Selbstbilder, Denk- und Handlungsmuster in Europa und Amerika greifen angesichts internationaler Kriegsgefahr, Globalisierung und Wirtschaftskrise immer weniger. Wolfgang Schäuble analysiert den weltpolitischen Status Quo am Beginn des neuen Jahrtausends. Seine Koordinaten heißen: Ende des Kalten Kriegs, globale Märkte und Konflikte, Terror und Krieg.
Eine "merkwürdig unfrische" Kulturkritik entdeckt Rezensent Jan Ross in Wolfgang Schäubles neuem Buch. Da werde der 11. September zur "schrecklichen Quittung für Wirtschaftsglauben und Politikvergessenheit", fasst der Rezensent Schäubles Thesen zusammen, und der Terrorismus zu einer "Kulturverteidigungshaltung". Dazu sieht er noch einige "Attac-Banalitäten" gestellt und die Probleme der Bundesrepublik an der Realität vorbei beschrieben. Als "politisch ortlos" kennzeichnet Ross Schäubles Ansatz: "irgendwie schwarz-grün", "altes Europa" und doch - aus Staatsräson - proamerikanisch. Gänzlich unbefriedigt lässt den Rezensent jedoch Schäubles Unentschiedenheit in seiner weltpolitischen Vision: Die Kulturkritik treibe ihn in Richtung wertepluralistische Multipolarität, das atlantische Bekenntnis jedoch wieder zum Universalismus.
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