An keinen US-Präsidenten knüpften sich in den letzten Jahrzehnten so große Hoffnungen wie an Barack Obama. Tatsächlich legte er nach seiner Amtseinführung ein unglaubliches Tempo vor: Die Truppen in Afghanistan werden aufgestockt, Guantanamo soll geschlossen werden, der neue Präsident hat den Dialog mit der islamischen Welt zu einem Teil seines Programms gemacht. Zugleich stehen Obama und seine Außenministerin Hillary Clinton jedoch vor einigen Problemen: Die globale Wirtschaftskrise breitet sich aus, die Kriege in Afghanistan und im Irak dauern an, Iran kommt der Fähigkeit zum Bau von Atomwaffen immer näher und die Nuklearmacht Pakistan steht am Rande des Chaos. Peter Rudolf zieht eine Bilanz der ersten Monate der neuen amerikanischen Außenpolitik und legt dar, welche Herausforderungen sich daraus für Deutschland ergeben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.01.2010
Ein Buch nicht zuletzt für deutsche Politiker, die hier nach Meinung des Rezensenten Hinweise zur Bewältigung der schwierigen "weichen Gegenmachtbildung" sammeln können. Die Folgen von Obamas "neuem" Amerika und seiner Außenpolitik für Deutschland werden laut Werner Link vom Autor allerdings nur im Schlusskapitel gewürdigt. Zuvor wird Link von Peter Rudolf "vorzüglich" eingeleitet in die innenpolitischen Rahmenbedingungen der Obama-Ära, die, wie er von Rudolf lernt, sich nicht sehr von der Bush-Ära unterscheidet. Das Spezifische an Barack Obamas Politik führt der Autor für den Rezensenten überraschend zurück auf dessen Auseinandersetzung mit dem christlichen Realismus Reinhold Niebuhrs. Und nach kritischer Durchleuchtung von Bereichen wie dem Antiterrorkampf, der Afghanistan-, der Iran- und der Nahost-Politik weiß Link auch, womit wir es zu tun haben: mit einer wohlwollenden, liberalen Hegemonie.
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