Benito Mussolini war ein ungewöhnlich gewalttätiger Mensch und ein extrem wandelbarer Politiker. Vom radikalen Sozialisten wurde er zum Schöpfer des Faschismus. Seine persönliche Diktatur war eine Mischung aus Terror und Massenkonsens. Die Doppelherrschaft mit den gegensätzlichen Kräften des rechtsextremen Faschismus und der nationalkonservativen Eliten Italiens hielt er durch einen Führerkult zusammen, in dem er sich als Duce inszenierte. Wolfgang Schieder fasst die Summe dieses Lebens zusammen und richtet zugleich ein besonderes Augenmerk auf die Beziehung zu Adolf Hitler, dessen Vorbild Mussolini anfänglich war und dessen Niederlage auch sein eigenes Schicksal besiegelte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.03.2016
Rezensent Ignaz Miller bespricht zwei neue deutsche Biografien über Benito Mussolini, die vorliegende von Wolfgang Schieder und eine weitere, ebenfalls bei C.H. Beck erschienene, von Hans Woller. In seinen allgemeinen Erwägungen über die historische Figur des Duce geht der Rezensent en passant auch auf die Bücher ein, Schieder konzediert er dabei eine angenehme Kürze und Prägnanz. Manches hat Miller bei ihm über die "Gewaltbereitschaft des jungen Mussolini" gelernt. Nach dem Tod seines Sohnes in der Aeronautica zeigte sich aber auch der Zauderer Mussolini. Sprachlich bemängelt Miller bei Schieder eine gewisse Redundanz.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.10.2014
Recht kurz behandelt Wilhelm von Sternburg diese Duce-Biografie des Historikers Wolfgang Schieder, die ihrerseits mit wenig Raum auskommen muss. Doch die 128 Seiten, versichert Sternburg, argumentieren präzise und lassen sich auf keinerlei Verharmlosung ein. Benito Mussolini, das macht der Autor dem Rezensenten klar, war ein Gewaltherrscher, der sich und sein Land mit charismatischer Rhetorik und imperialistischem Größenwahn berauschte. Und dessen Gewaltfantasien nur begrenzt wurden durch die geringen Möglichkeiten seines Landes.
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