Der Maler Eberhard Schlotter ist ganz wenigen nur bekannt, und die wenigen, die ihn kennen und schätzen, vermutet Jan Süselbeck, gehören der seltsamen Gattung der Arno Schmidt-Lesergemeinde an. Schmidt und Schlotter waren befreundet, und was nach außen hin wie eine geglückte Künstlerfreundschaft aussah, war im Einzelfall keineswegs eine glückliche Fügung. Für den Maler Eberhard Schlotter bedeutete es nämlich, zieht Süselbeck ein Fazit aus Wolfgang Schneiders umfassender Künstlermonografie, dass ihn der Einfluss Schmidts in einen "mit literarischen Andeutungen überfrachteten, surrealistischen Manierismus" trieb, von dem er sich erst nach Schmidts Tod im Jahr 1979 zu lösen begann. Fünf Jahre habe Schneider für dieses Buch recherchiert, teilt Süselbeck mit, hat den noch lebenden 84-jährigen Künstler immer wieder besucht, seine Werkbestände gesichtet und sich aus seinen Tagebüchern vorlesen lassen. Die Monografie ist spannend geschrieben, so der Rezensent, verfolge akribisch die Einflüsse und Motive von Schlotters Schaffen und sei insbesondere auch dort interessant, wo sie sich mit Schlotters "ästhetischen Gefährdungen" während der NS-Zeit beschäftige. Wie sich nämlich solcherlei ideologische oder auch biografische "Kontaminationen" (gemeint ist Arno Schmidt) langfristig in einem Werk bemerkbar machten, sei noch lange "nicht erschöpfend geklärt".
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