Wulf D. von Lucius, selbst bekennend bibliophil, stellt in seiner Kulturgeschichte des Büchersammelns das Phänomen mit Leidenschaft vor. "Bücherlust" gibt eine fast lexikalische Darstellung der Vielzahl von Fragen, die sich beim Sammeln unweigerlich stellen, und nennt mögliche Lösungen. Der Autor nennt Gründe für die Sammlerwut, gibt Tipps für die Strukturierung einer Sammlung und geht den Eigenschaften von Büchern auf den Grund, die sie als Sammelobjekte so beliebt machen. Er führt Informations- und Bezugsquellen auf, erläutert, wie sich Preise für antiquarische Bücher bilden, gibt Auskunft über Geschäftsgebaren und Umgang unter Sammlern und Antiquaren. In einem ausführlichen Anhang finden sich Erklärungen von Fachausdrücken, nützliche Literaturhinweise und Adressen.
Wulf D. von Lucius' Buch über die Sammelleidenschaft von Bücherfreunden "besticht" durch viele "interessante Informationen" und "spannend geschriebene Ereignisse" aus der Welt der Bibliomanen, berichtet Wolfgang Müller. Jegliches Sammeln geistigen Gutes entwickle die "Kräfte der Sinne, des Geistes und der Seele", schreibe Lucius, dem der Rezensent nach der Lektüre dieses "angenehm gestalteten Buchs" nur zustimmen kann. Hier fehlt "eigentlich nichts", lobt Müller. "Eingehend" würden die wechselnden Bedeutungen des Buchs und der Buchkunst in den verschiedenen Epochen beleuchtet und mit "kurzweiligen Geschichten" angereichert. Darüber hinaus gebe der Autor auch noch viele Hinweise auf ästhetische, materiale und soziale Botschaften von Bibliotheken und praktikable Tipps, wie der Bücherfreund seine Sammelwut in eine sinnvolle Ordnung bringen kann, freut sich der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.07.2000
Dieses Buch übers Büchersammeln, geschrieben von Wulf D. von Lucius, Verleger und ehemaliger Vorsitzender der Stiftung Buchkunst, bringt nach Meinung des Rezensenten mit dem Kürzel "upj" auf den Punkt, worum es bei einer solchen Abhandlung gehen sollte: nämlich "um das kluge und doch lustvolle Umkreisen der Sammelleidenschaft". Lucius vermeide die Fehler vieler anderer Abhandlungen zum Thema, so etwa "abgehobenes Kulturpharisäertum". Philosophische Erörterungen stehen hier neben pragmatischen Ratschlägen, "für diejenigen, die wirklich sammeln und um die Abgründe dieser Leidenschaft wissen".
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