Aus dem Hebräischen von Lucia Engelbrecht. Yael Neeman wird 1960 in dem Kibbuz geboren, den ihre aus Ungarn geflohenen Eltern 1946 mitbegründeten. Eine goldene Kindheit, die Hände klebrig von Pinienharz und Feigenmilch. Die Arbeit auf den Feldern, das Herzstück des Kibbuz. Die Kibbuzversammlungen wie ein Stummfilm. Das Gefühl, eine neue Welt aufzubauen. Daran zu scheitern. Der Tag, an dem es zur Trennung kommt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 30.09.2025
Einen reichhaltigen, stark persönlich gefärbten Blick zurück wirft dieses Buch laut Rezensent Carsten Hueck. Die Autorin Yael Neeman beschäftigt sich darin mit ihrem eigenen Aufwachsen in einem Kibbuz und entwirft im Zuge dessen ein Porträt dieses Sozialexperiments, mit dessen Hilfe in Israel an einer neuen, utopischen jüdischen Gesellschaft jenseits von Pogromen und Diaspora gearbeitet wurde. Neeman kann diesem Experiment im Rückblick einiges abgewinnen, auch etwa dem von heute aus betrachtet erstaunlichen Versuch, Kinder weitgehend von ihren biologischen Eltern zu trennen und in selbstbestimmten "Kinderhäusern" jenseits bürgerlicher Normierung aufwachsen zu lassen. Neeman hat im Kibbuz vorwiegend positive Erfahrungen gemacht, kommt aber auch auf problematische Aspekte der Einrichtungen zu sprechen, die letztlich doch stark ideologisch geprägt waren. Letztlich zeigt dieses interessante Buch Hueck auch, weshalb die Kibbuz-Bewegung im Zuge von Veränderungen der israelischen Gesellschaft bald an Schwung verlor.
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