Der in Wien als Sohn galizischer Juden geborene Journalist Ari Rath war oft Zeuge einschneidender Ereignisse in Politik und Zeitgeschichte, die er nun in einem sehr persönlichen Buch aufgeschrieben hat. Er berichtet darin vom Anschluss und der Flucht aus Österreich, vom harten Leben im Kibbuz, von seinen Jahren in den USA im Dienst der zionistischen Jugendbewegung und dem mühsamen Aufbau des Staates Israel. Und er erzählt von seiner Zeitung, der "Jerusalem Post", bis zum Ende seiner Tätigkeit als Chefredakteur das Sprachrohr eines politisch liberalen Israel, und seinen Begegnungen als Journalist mit Adenauer und Ben-Gurion, Brandt, Schmidt und Sadat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.01.2013
Ari Rath ist 1938 aus Wien nach Palästina geflüchtet, arbeite im Kibbuz und anschließend über dreißig Jahre als Journalist bei der Jerusalem Post, bis die liberale Zeitung von einem Investor auf einen konservativen Kurs gebracht wurde und Rath gehen musste. Rezensent Joachim Braun sieht in diesem Urgestein des israelischen Journalismus nicht nur einen "Zeitzeugen ersten Ranges", er macht in ihm auch eine Art Kronzeugen für den falschen Pfad aus, den Israel vor rund zwanzig Jahren eingeschlagen hat: In Brauns Augen wird das Land vom ultra-orthodoxen Judentum dominiert (schwer zu sagen, wie er auf diese Schnapsidee kommt). Allerdings steht selbst der regierungskritische Rath für die ihm zugedachte Rolle nicht ganz zur Verfügung, wie Rezensent Braun mit Bedauern feststellen muss, der "deutliche Antworten vermisst" und es immerhin mit Genugtuung aufnimmt, dass Rath sich häufiger in Wien aufhält.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.12.2012
Rolf Steininger liest Ari Raths Lebenserinnerungen mit großem Interesse. Was der in Wien geborene, dann wechselvolle Exiljahre erleidende spätere Redakteur und Herausgeber der "Jerusalem Post", auch Vertrauter israelischer Staatsmänner wie Ben Gurion, über die Geschichte Israels berichtet, findet er äußerst lehrreich. Auch über den Umgang Raths mit seinem Geburtsland Österreich erfährt der Rezensent Aufschlussreiches. Nichts darüber allerdings, was die Österreicher so lange daran hinderte, sich mit ihrer braunen Vergangenheit auseinanderzusetzen.
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