Lyon, Frankreich: Auf dem Dachboden ihrer Großeltern findet Lucie einen alten Koffer mit geheimnisvollen chinesischen Zeichen. Gehörte der etwa ihrem Urgroßvater Yaotao, der in den 1930er Jahren aus China nach Frank- reich kam? Plötzlich flattern die Zeichen aus dem Koffer und tanzen durch das Zimmer, um ihr Yaotaos Geschichte zu erzählen.
"Yaotaos Zeichen" ist eine auf historischen Tatsachen beruhende atmosphärische Zeitreise, die vom Ankommen in einer fremden Kultur erzählt. Yimeng Wu ließ sich durch Recherchen im "Fonds Chinois" in Lyon zu ihrem bisher umfangreichsten Buchprojekt inspirieren.
Die Buchkünstlerin, die selbst in zwei Kulturen aufgewachsen ist, zeigt uns die aufwendig gestalteten Schauplätze in collagierten Bildern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.07.2018
Rezensent Steffen Gnam folgt der chinastämmigen Künstlerin Yi Meng Wu, wenn sie aus dem Koffer eines Mädchens in Lyon chinesische Auswandererschicksale zaubert und sie zwischen Lebenswelten, Kriegen, Meeren und Mentalitäten erzählerisch entwickelt. Indem sie kulturelle Distanz und Unterbewusstes mit Farben des Ozeans evoziert, lockt Wu den Rezensenten auf genau recherchierte Lebensspuren. Das Spiel mit Schriftbildern, Scherenschnitten, Fotomontagen, Cuts und Wechsel der Zeitebenen findet Gnam reizvoll.
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