2 CDs. 140 Minuten. Im Originalton: die Stellvertreter Erich Mielkes, Gerhard Neiber, Wolfgang Schwanitz sowie weitere Stasi-Generäle. Betroffene ahnten meist nicht, wie weit der Arm des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) reichte. Für dast 100.000 hauptamtliche Mitarbeiter war das MfS täglicher Arbeitsplatz. Generäle und hohe Offiziere erzählen vom Innenleben des Stasi-Apparates und von den Techniken der zur täglichen Routine gewordenen Geheimdienstarbeit, von Zersetzung und von Verhören politisch Andersdenkender. Im Ministerium für Staatsicherheit ging es nicht ausschließlich darum, gegen Oppositionelle vorzugehen und die "Feinde des Sozialismus" unschädlich zu machen. Die Stasi war ein Überministerium geworden, das sich für alles verantwortlich fühlte. Die Mitarbeiter merkten zunehmend, dass es ihre Aufgabe war, Fehler und Versäumnisse der politischen Führung zu kompensieren
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.11.2004
Sichtlich mitgenommen berichtet Martin Z. Schröder von diesem Hörbuch über den Stasi-Alltag, für das Yvonne Burger und Jan Lorenzen sowohl Archivdokumente ausgewertet als auch eigene Gespräche mit früheren MfS-Offizieren geführt haben. Schaudernd hat Schröder die Reden von Gerhard Neiber, Wolfgang Schwanitz und Erich Mielke gehört, mit Entsetzen die Erklärungen von Zersetzungsmaßnahmen oder die Aufnahmeprozeduren in Gefängnissen verfolgt. Grausig auch, wie sich die Stasi-Offiziere als lustige Kameraden mit Herz präsentieren, zackige Lieder vorsingen und ihr Nachwende-Schicksal beklagen. Ein wenig nach Elfenbeinturm klingt allerdings die Abscheu, mit der sich der Rezensent über das geringe "Sprachvermögen" und die "landschaftlich Mundart" empört, aber man glaubt Schröder trotzdem, wie eindrücklich diese Dokumente sind.
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