Dieses Buch erzählt die Geschichte der DDR anhand ihrer sich wandelnden repressiven Mechanismen. Von der Staatsgründung im Jahr 1949 bis zu ihrem für viele Zeitzeugen überraschenden Zusammenbruch 1989/90 durchlief die DDR stetig Neuorientierungen sowie von oben nach unten weitergereichte Reglementierungen. Im Spannungsfeld zwischen Herrschaftsdurchsetzung, -etablierung und -sicherung bewies die DDR dabei eine erstaunliche Langlebigkeit. Aus Quellen gearbeitet erzählen Markus Mirschel und Samuel Kunze von persönlichen Schicksalen, normativen Vorgaben durch die Staats- und Parteiführung sowie von Anpassungsprozessen innerhalb der Sicherheitsorgane der DDR während der 40-jährigen Geschichte der zweiten Diktatur auf deutschem Boden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.02.2024
Einem wichtigen Thema widmen sich Markus Mirschel und Samuel Kunze in ihrem Buch, so Rezensent Hermann Wentker, gerecht werden sie ihm allerdings nicht. In seinem veritablen Verriss moniert der Historiker Wentker unter anderem, dass die Fallbeispiele, die seine beiden Kollegen auswählen, um die Geschichte der DDR-Repression darzustellen, in vielem willkürlich sind. Auch die Art und Weise, wie die einzelnen Abschnitte - der erste etwa behandelt die Kollektivierung der Landwirtschaft Anfang der 1950er Jahre - Dokumente und deren Interpretation kombinieren, behagt Wentker nicht. Zudem seien die aus den Fallbeispielen abgeleiteten weiterführenden Thesen fragwürdig bis unklar, etwa wenn Mirschel und Kunze über die "herrschaftsverwaltende Funktion" der DDR-Repression der 1980er schreiben. Zu schlechter Letzt finden sich in dem Wentker zufolge keineswegs empfehlenswerten Band auch noch eine ganze Reihe faktischer Fehler und Unsauberkeiten in der Quellenarbeit.
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