Dreiundzwanzig Personen sprechen über ihre Beobachtungen, mal einsilbig, mal lakonisch oder verärgert, mitunter sind sie glücklich. Ihre Gemeinsamkeit ist, dass sie nicht abgehört werden wollen. Für ihre Sprachaufzeichnungen begeben sie sich in ein Tonstudio in Büren, einer im Eiltempo wachsenden Stadt am Wellenberg. Jan, Janka, Karl, Cara heißen einige der Hauptpersonen, sie wohnen im Ort und sprechen regelmäßig auf Band, aber auch Durchreisende kommen im Tonstudio vorbei, um ihre Eindrücke von der sich ausbreitenden Stadt beizusteuern. Hinzu kommt eine weitere Person namens Ich. Im Gegensatz zu den Bewohnern von Büren lebt sie im Tal, und sie spricht nicht, sondern notiert ihre Überlegungen. Das Geschehen am Wellenberg ist für sie quasi ein Bühnenstück. Zsuzsanna Gahse hat mit "JAN, JANKA, SARA und ich" vielstimmige Geschichten über das Urbane geschrieben, voller lebendiger Charaktere und Temperamente.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.10.2015
Einen ganz besonderen Erzählband kann Rezensent Samuel Moser mit Zsuzsanna Gahses Buch "Jan, Janka, Sara und ich" empfehlen. Über hundertfünfzig, ebenso witzig wie elegant aus dem Handgelenk geschüttelte Texte entdeckt der Kritiker hier und lässt sich beschwingt zu einigen Wortneuschöpfungen hinreißen: Die Autorin erscheint ihm als verführerische "complicatrice", die ihre Leser teilhaben lässt an ihrer "bio-topografischen" Reise, auf der sie vom Wellenberg in Büren hinab ins Thurtal und die Köpfe der Bewohner blickt. Der Rezensent schreitet auf den filigran wie Hügel und Täler angeordneten Wörtern begeistert voran und hat dabei geradezu das Gefühl, die Landschaft erstrecke sich weit über das Buch hinaus.
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