Zsuzsanna Gahse

Oh, Roman

Cover: Oh, Roman
Edition Korrespondenzen, Wien 2007
ISBN 9783902113511
Gebunden, 127 Seiten, 18,50 EUR

Klappentext

Ende Juli, ein dreitägiger Arbeitsbesuch im klimatisierten Krankenhaus - draußen flirrende Hitze, drinnen Spitalalltag. Die Ich-Erzählerin, eine "Schreiberin" aus Wien, wo sie in einem Schokoladengeschäft von Kunden bestellte Reiseberichte und Briefe verfasst, ist zu Besuch beim Goldschmied Friedrich, um dessen Einfälle und Gedanken für künftige Schmuckprojekte zu notieren. Doch in der Spitalwelt ist man sich immer wieder fremd, das Gespräch stockt, die Arztvisite rollt heran und unversehens steht die Besucherin wieder auf dem Flur. Und da, panartig, als schnell erhaschte bernsteingelbe Silhouette im Gegenlicht, taucht er auf: Roman, ihr "Lebensmann", den sie seit 15 Jahren nicht mehr gesehen und erfolgreich vergessen hatte. Sogartig setzen die Erinnerungen ein und plötzlich ragen überall Geschichten in die Vergangenheit hinein und aus ihr heraus. Und erstmals wird die "Schreiberin" zur Erzählerin ihrer eigenen Erinnerungen, Beobachtungen und Geschichten, so dass sich in die Chronik des Spitalbesuchs unvergesslich Romans Bild mit einschreibt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.03.2008

"Bestechende Eleganz" und "stupende Evidenz" bescheinigt Rezensent Samuel Moser diesem Roman, begeistert von der "weichen, geschmeidigen" Sprache seiner Autorin mit ihren "exzentrischen und konzentrischen Wegschlaufen". Es geht seiner Beschreibung zufolge um eine Frau, die in ein Krankenhaus kommt, um dort einen frisch operierten Freund zu besuchen. Sie betreibe einen Schokoladenladen und darin auch einen Schreibdienst, weshalb Kunden, die zu ihr wegen der Süßigkeiten kommen, bei dieser Gelegenheit manchmal auch ihre Lebensgeschichten erzählen würden. Dann ist da noch Roman, eine verschwundene Liebe der Protagonistin, obwohl das so einfach wohl auch wieder nicht zu sein scheint. Mit viel Leseglück und sichtlich intellektuellem Vergnügen beschreibt der Rezensent Zsuzsanna Gahses Krankenhauserzählung. Und das "halluzinatorische Licht", in dem die beschriebenen Phänomene darin erscheinen - ein Buch, das für ihn im Innersten vom Erinnern- und Vergessenswollen handelt.
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