Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Architektur

1667 Presseschau-Absätze - Seite 2 von 167

Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.01.2026 - Architektur

Rettet die Kirchen, ruft Klaus Englert in der taz. Von 45.000 deutschen Kirchenbauten werden bald bis zu 50 Prozent obsolet und vom Abriss bedroht sein, so Englert. Dabei könnte und sollte man die Räume weiter nutzen. Deshalb wird das Festival "Manifesta 16 Ruhr" im nächsten Sommer zwölf profanierte oder entwidmete Kirchen bespielen und damit die ursprüngliche Bedeutung der Kirche als Versammlungsort wiederbeleben: "Denn historisch wurden in Kirchenbauten neben Gottesdiensten auch kulturelle Veranstaltungen, Versammlungen und Märkte abgehalten. Sie wurden wörtlich als ekklesia (griechisch: 'Versammlung', 'Versammlungsplatz', 'Gemeinde'; lateinisch ecclesia: 'Volksversammlung') wahrgenommen."
Stichwörter: Sakralbau

Efeu - Die Kulturrundschau vom 13.01.2026 - Architektur

Das SuZhou Museum. Foto: Brookqi, gemeinfrei.

Fasziniert wandert FAZ-Kritiker Stefan Trinks durch das Museum of Islamic Art (MIA) in Doha, Katar, erbaut vom chinesisch-amerikanischen Architekten Ieoh Ming Pei, der unter anderem die Glaspyramide vor dem Louvre konstruierte. In einer Ausstellung widmet sich das Museum dem Leben und Schaffen Peis: "Sein schönstes Museum und in vielem die Blaupause für Doha ist sein von 2000 bis 2006 entstandener Bau für die älteste permanent bewohnte Stadt der Welt, die chinesische Kaiserresidenz Suzhou nahe Shanghai, aus der seine Familie stammt. Über Monate sprach Pei mit Nachbarn in den traditionellen alten Häusern und passte das weitläufige Ensemble in weißen Putzflächen und grau abgesetzten Fenstern mit einer Seenlandschaft innerhalb seiner Mauern und Zickzackbrücken gegen Dämonen feinfühlig in die von Kanälen und Gärten bestimmte Stadt ein. In Doha schließt sich so mit dem MIA als letztem vollendeten Werk der Kreis einer Architektur mit Ewigkeitsanspruch."
Stichwörter: Pei, Ieoh Ming

Efeu - Die Kulturrundschau vom 10.01.2026 - Architektur

Usbekistan rangiert auf dem Demokratieindex des Economist unter anderem wegen Zwangsräumungen aufgrund von Bauprojekten auf dem 148. Platz von 167 Ländern - der autokratische Präsident Schawkat Mirsijojew tut dennoch einiges um das Bild eines modernen, liberalisierten Staates nach außen zu tragen, weiß Gina Thomas, die das Land für die FAZ besucht hat. Dabei setzt er vor allem auf kulturelle Erneuerung, besonders durch die Architektur des Landes. Sollten zunächst viele der oft orientalistisch geprägten brutalistischen Gebäude aus der Sowjetzeit abgerissen werden, werden sie nun renoviert: "Dazu zählt der in den Achtzigerjahren auf Anordnung des Moskauer Politbüros errichtete Solarschmelzofen in den Ausläufern des Tian-Shan-Gebirges, rund fünfzig Kilometer östlich der Hauptstadt. Dessen symbolische Bedeutung fand in der kühnen Architektur ebenso Ausdruck wie in der künstlerischen Ausstattung mit abstrakt-kosmischen Glasskulpturen. Mit ihrem futuristischen Parabolreflektor wirkt die Anlage, eine von nur zweien dieser Art in der Welt, wie für einen James-Bond-Film ersonnen. Im Kalten Krieg diente sie vor allem Militär- und Raumfahrtforschungszwecken."

Weitere Artikel: Für die Welt am Sonntag trifft sich Gesine Borcherdt mit dem Architekten Arno Brandlhuber. Auf den Bilder-und-Zeiten-Seiten der FAZ freut sich Andreas Platthaus, dass Sebastian Strombach mit seinem Comic "Jeck" über den Kölner Dom den "Architectural Book Award" des Frankfurter DAM gewonnen hat. Ebenfalls in der FAZ wirft Klaus Engler einen Blick auf die Pläne des Architekturbüros Powerhouse, die das Codrico Terrain im Rotterdamer Hafen zum ökologischen Musterquartier umbauen wollen. In der SZ macht sich Gerhard Matzig beim Rundgang durch das Münchner Viertel Grünwald, wo Bushido eine 19-Zimmer-Villa bezogen hat, Gedanken über den Trend neoklassizistischer Neubauten. Für die taz nimmt Eva Behrendt an einer Pressereise des Goethe-Instituts nach Addis Abeba teil, wo sie unter anderem erfährt, dass chinesische und indische Kredite eine große Rolle für die Modernisierungs- und Verschönerungsprogramme in Addis spielen.
Stichwörter: Usbekistan, Sowjetarchitektur

Efeu - Die Kulturrundschau vom 07.01.2026 - Architektur

Nach der FAZ und der SZ begibt sich auch Gabriele Detterer für die NZZ nach Weil am Rhein zu Balkrishna Doshis Doshi Retreat auf dem Vitra-Campus und lauscht verzaubert den Gong-Klängen.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 05.01.2026 - Architektur

Weiteres: Milena Feldmann besichtigt für die FAZ den Neubau des Perlmuttermuseums in Adorf, entworfen von Architekt Ansgar Schulz.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 03.01.2026 - Architektur

Villa Rezek. Foto: Stefan Oláh. Mehr Bilder bei Park Books


Maik Novotny stellt im Standard die Villa Rezek vor, ein besonders schönes, von Hans Glas erbautes Exemplar der Wiener Moderne, über das jetzt auch ein Buch erschienen ist. Viel Zeit konnten die Rezeks dort nicht verbringen, gerade mal vier Jahre, bevor sie 1938 vor den Nazis in die USA fliehen mussten. Zwischenzeitlich arg verhunzt, hat sie jetzt der Architekt Max Eisenköck renoviert: "Er stellte die zerstörten Einbauten wieder her, begab sich auf Spurensuche nach Möbeln und nahm Kontakt zu den Enkelkindern der Familie Rezek auf. 'Ich habe mir die Frage gestellt, wie man rekonstruiert, wenn es kaum Spuren und Substanz gibt', sagt Eisenköck. ... Heute ist das Haus bei Führungen für die Öffentlichkeit zu besichtigen - eine Erfahrung, die manche Erwartungen korrigiert, so Eisenköck. 'Viele Besucher waren anfangs irritiert, weil sie sich aufgrund der modernen äußeren Erscheinung ein Bauhaus-Interieur erwartet hatten. Die Wiener Moderne von Adolf Loos und Josef Frank zeichnete sich jedoch durch eine ganz andere, behaglichere Möblierung und Ausstattung aus, die vom Biedermeier und der englischen Wohnkultur geprägt war.'"

Efeu - Die Kulturrundschau vom 02.01.2026 - Architektur

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Schön und gut, dass der "Bauturbo" Bürokratieabbau in der Architektur verspricht, aber dadurch drohen Systemfehler des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg wiederholt zu werden, befürchtet Dankwart Guratzsch in der Welt. Allen voran die industrielle Fertigungsweise der Serienfabrikation, für deren Mängel nachfolgende Generationen teuer bezahlen dürften, wie er meint. Stattdessen empfiehlt Guratzsch dank Blick in den Band "Für eine nachhaltige Architektur der Stadt" Aufstockungen und Ausbauten statt Neubau: "Das verstockte 1920er-Jahre-Denken und die Wegwerfmentalität der Nachkriegsjahre haben die Bauwirtschaft auf eine falsche Fährte gelockt. 'In den letzten Jahren wurden in Deutschland durchschnittlich 1,9 Millionen Quadratmeter Wohnfläche und 7,5 Millionen Quadratmeter Nutzfläche jährlich abgerissen' (Thomas Schröer), ein barer kosten-, wohnungs-, klima- und baupolitischer Nonsens und einsame Spitze in tausend Jahren deutscher Baugeschichte."
Stichwörter: Bauturbo

Efeu - Die Kulturrundschau vom 31.12.2025 - Architektur

Nikolaus Bernau widmet sich im Tagesspiegel James Hobrecht, einem Stadtplaner, der das Berliner Stadtbild der Moderne maßgeblich mitgeprägt hat und dieser Tage 200 Jahre alt wird. Hobrecht war zwar in erster Linie an technisch-funktionalen Fragen rund um Feuersicherheit, Abwasser und Ähnlichem interessiert, sein Wirken hat jedoch auch eine soziale Dimension: "Hobrecht entwickelte ein Ideal des Zusammenlebens nach Pariser Vorbild: In den unteren Geschossen des Vorderhauses sollten die wohlhabenderen Bürger wohnen, darüber Facharbeiter und Handwerker, unter dem Dach die Dienstboten, in den Hinterhäusern die Fabrikarbeiter: Durch diese Nähe der sozialen Schichten, so glaubte er, ließe sich der Revolution vorbeugen. Deswegen wandte sich Hobrecht auch konsequent gegen die Aufteilung der Stadt nach sozialen Gruppen und die Reihen- und Kleinhäuser: 'Nicht 'Abschließung', sondern 'Durchdringung' scheint mir aus sittlichen und darum aus staatlichen Rücksichten das Gebotene zu sein'. Mischung, das Stichwort eines liberalen Städtebaus unserer Zeit, hatte auch für ihn positiven Wert." (Mehr über Hobrecht beim RBB.)

Efeu - Die Kulturrundschau vom 29.12.2025 - Architektur

Sebastian Moll besucht den Neubau des Studio Museum Harlem von David Adjaye für die taz.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 24.12.2025 - Architektur

Mehr Land Art als Architektur: das Doshi Retreat in Weil am Rhein. © Ziegelhar, Lizenz: CC BY-SA 1.0

Zunächst durchaus skeptisch nähert sich SZ-ler Gerhard Matzig zunächst dem Doshi Retreat, einem neuen Gebäude am Vitra Campus in Weil am Rhein, das Arbeiten diverser Architekturstars versammelt. Das Doshi Retreat wurde von Pritzker-Preisträger Balkrishna Doshi entworfen und wird vor Ort mit einem ganzen Schwall esoterischer Rhetorik beworben. Und doch lohnt sich die Reise nach Südbaden, wenn man Matzig glauben darf: "Am Ende der Pfade, die Töne eines metallischen Gongs und einer keramischen Flöte im Ohr, erreicht man einen zentralen, organisch formulierten Raum. Ein bisschen ist es, als würde man das kunsthistorische Skandalon vom 'Ursprung der Welt' betreten. Hier gibt es ein Regenwasserbecken rund um eine Plattform und zwei geduckte Steinbänke. In der Mitte ein Gong. Die Decke darüber schließt weniger den Raum, als dass sie den Blick nach draußen weitet. Einfach und klein ist das. Zugleich raffiniert und groß. Erdig und himmlisch. Mehr Land Art als Architektur."

Wolfgang Jean Stock berichtet in der FAZ von einem "Architekturwunder in der Oberpfalz". Die einst strukturschwache Region ist - auch außerhalb von Regensburg - baulich zu neuem Leben erwacht. Zu den wichtigsten jungen Architekten der Region zählt Karlheinz Beer, der vor allem dank seiner Arbeit mit Bestandsbauten von sich reden macht: "In seiner Heimatstadt Weiden hat er Genossenschaftswohnungen saniert, modernisiert und energetisch ertüchtigt. Die städtebaulich bedeutsame Wohnanlage namens Schweigerblock in Zentrumsnähe, bis 1928 vom damaligen Stadtbaumeister errichtet, war auch deshalb mit Feingefühl zu erneuern, weil sie - zunächst zum Abriss vorgesehen - unter Denkmalschutz steht. Eine Besichtigung führt die hohen Qualitäten des aufgefrischten Altbaus vor Augen: großzügige Grundrisse, gut belichtete Küchen und Wohnzimmer, stattliche Raumhöhen. Vermietet werden die Wohnungen zu Preisen, von denen man insbesondere in München nur träumen kann."

Außerdem: Andreas Rossmann bespricht in der FAZ ein Buch über Kölner Sakralbauten. Nikolaus Bernau hat im Tagesspiegel einen Weihnachtsgeschenktipp für Kurzentschlossene: Architekturbücher.