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Holod

1 Presseschau-Absatz

Magazinrundschau vom 12.11.2024 - Holod

Viktor Schkurenko ist einer der reichsten Männer Sibiriens, lebt weiterhin in Russland und ist gegen den Ukraine-Krieg, schreiben Jewa Belizkaja und Olessja Gerassimenko im oppositionellen russischen Medium Holod (mehr dazu hier und hier die deutsche Übersetzung bei Dekoder). Trotzdem bleibt er weiter auf freiem Fuß. "'Ich bin kein Aktivist, kein Politiker. Ich kann keine Revolution machen. Und ich glaube auch nicht, dass irgendjemand anders sie machen kann. Ich bin nicht für eine Revolution unter Nawalny, sondern für bürgerliche Freiheit, für eine sanfte Revolution! Für einen Machtwechsel, für die Bildung, für liberale Werte.' (...) Er habe nicht die Macht, die Situation im Land zu verändern, sagt Schkurenko. 'Für mich geht nichts über die Marktwirtschaft und die westlichen Demokratien. Aber wie soll ich darauf Einfluss nehmen?', räsoniert er. 'Wenn mein Land diese Richtung einschlägt, freue ich mich. Wenn es seinen eigenen, besonderen Weg sucht, bin ich unglücklich. Als Unternehmer kann ich mein eigenes Glück schmieden, aber da sind noch 140 Millionen andere Menschen im Spiel. In dieser Hinsicht hege ich keine Illusionen. Es hat keinen Sinn, sich vor die Schießscharte zu werfen. Ich werde wütend sein, unglücklich, aber ich will keine Revolution machen, sondern Geld!'" Am Ende zählt eben das Geschäft. "'Ich habe eine negative Einstellung zum Staat, aber ich lebe damit, dass meine Steuern in die Verteidigung fließen, denn in erster Linie bin ich Unternehmer', sagt Schkurenko. 'Das ist meine Selbstverwirklichung. Das ist mein erstes, zweites und zehntes Ich. Ich habe nicht vor, irgendwo hinzugehen, ich arbeite hier, ich lebe hier, ich liebe dieses Land. Wenn ich aufhören würde, Steuern zu zahlen, wäre ich kein Unternehmer mehr. Das wäre, als würde ich aufhören zu atmen.'"
Stichwörter: Russland, Schkurenko, Viktor