Dass Filme insbesondere farblich sehr unterschiedlich aussehen können, wird jedem schon mal aufgefallen sein, der einen Film in zeitlich kurzen Abständen erst im Kino, dann auf einer älteren DVD und schließlich noch auf einer neuen BluRay gesehen hat: Filmfarben folgen technischen Dispositiven einerseits, aber auch Spekulationen heutiger Restauratoren und nicht zuletzt kommerziellen Moden. Dieses Fazit lässt sich aus Katrin Doerksens großem Feature auf Kino-Zeit entnehmen, die insbesondere über die Geschichte deutsch-deutscher Filmfarben und das (auch aus firmenhistorischer Perspektive interessante) Verhältnis zwischen Agfacolor und Orwocolor - wie das Farbfilmmaterial der DDR hieß - recherchiert hat. Unter anderem sprach sie mit Josephine Diecke, die gemeinsam mit der Schweizer Filmwissenschaftlerin Barbara Flückiger an der Geschichte und Technik der Filmfarben forscht und Restauratoren berät: "Letztlich muss man sich von dem Gedanken verabschieden, dass man es schaffen kann wieder eine Originalversion herzustellen", sagt Diecke. Doch wenn man sich nicht einfach am Original orientieren kann, woran dann? "Interessanter wäre es unter Umständen, mit digitalen Mitteln oder auch der Forschung neue Versionen bzw. Remasterings zu erschaffen, die die Leute damals so nicht gesehen haben können, die aber den Intentionen der Filmemacher näher kommen, die mit diesen Materiallimitationen arbeiten mussten. Wofür meine Kolleginnen und ich aber auf jeden Fall plädieren, ist Transparenz. Wenn wir die Negative von chromogenen Filmen scannen, erreichen wir eineSchärfe, die nie jemand im Kino gesehen hat. Wenn wir eine Kopie haben, versuchen wir deswegen das Positivfarbschema zu übertragen. Das ist sonst eine vollkommen neue Version. Fakt ist aber: Heutzutage werden Restaurierungen eigentlich immer am Negativ durchgeführt, nur wird das seltener problematisiert." Sehr interessant in diesem Zusammenhang ist auch Barbara Flückigers Datenbank zu unterschiedlichen Farbfilmverfahren. Auch sehr schön: Eine Youtube-Dokumentation über die spannende Geschichte der Farbfilmherstellung in der DDR:
BuchLink: Aktuelle Leseproben.
In Kooperation mit den Verlagen (Info)
Odd Arne Westad: Der kommende Sturm Stehen wir vor einem dritten Weltkrieg? Die Weltordnung wankt: Immer mehr Großmächte ringen um Vorherrschaft - in Technologie, Handel und geopolitischen Zonen. Odd Arne Westad…
Stephen Greenblatt: Dunkle Renaissance Aus dem Englischen von Susanne Held. Das England des 16. Jahrhunderts war eine brutale Welt, geprägt von politischen Intrigen, religiösen Kämpfen und grassierenden Seuchen.…
Lina Muzur: Frauenprobleme Lina Muzur erhält 33 Sprachnachrichten von Frauen, die in der Mitte des Lebens stehen - eine moderne Bestandsaufnahme einer ganzen Generation und ein kollektives Porträt…
Markus Messling: Kulturtod und Reparation Der Fuß auf dem Kopf eines Pharaos: Die Statue Jean-François Champollions im Ehrenhof des renommierten Collège de France ist zum Stein des Anstoßes geworden. Um 1870 von…
Alle aktuellen BuchLink-Leseproben finden Sie
hier