Alle schauen nur noch Qualitätsfernsehen: Stets muss es sich dabei mindestens um "das neue Kino" handeln oder muss das Werk "Romanqualitäten" irgendwo zwischen Balzac und Dickens aufweisen. Wo bleibt bei diesen Distinktionsbedürfnissen das Populäre, das hinreißend Ambitionslose, der sinnliche Genuss des hemmungslos Oberflächlichen? In der (akademisch geprägten) Pop-Zeitschrift setzt Maren Lickhardt in einer sehr schönen Detailanalyse zur Ehrenrettung des kulturell unter-ambitionierten Fernsehens anhand des 70s-Klassikers "Die 2" mit TonyCurtis und RogerMoore an - hierzulande vor allem auch bekannt geworden durch die "Schnodderdeutsch"-Synchronisation aus der Rainer-Brandt-Manufaktur. Bei den beiden Hauptfiguren handelt es sich "bei allen Unterschieden um Pop-Dandys. Sie kleiden sich maßlos und gleichzeitig maßvoll gut nach der gängigen Mode. ... Beide Männer haben in vielen Szenen die Funktion von Kleiderständern. Natürlich stellen sie bisweilen auch ihre sportlichen Oberkörper aus, aber im Wesentlichen sehen wir Anzüge, Hemden, Lederjacken, Sonnenbrillen, Handschuhe usw. usf. ... Dass Bilder um ihrer selbst willen gereiht werden und aus dem Syntagma gelöst werden können, macht einen wesentlichen Aspekt der Ästhetik der Serie aus. Zusammen mit der Musik erinnern die Einstellungen außerdem an die Gestaltung von Plattencovern. Hier konvergieren Musik, Tanz, Mode, Dekor und das Verfahren der Kompilation zu Pop. ... Es handelt sich um einen reizvollen ästhetischen Komplex, für den gilt: Sinnlichkeit toppt Sinn, Paradigma toppt Syntagma, Sentenz toppt Narration. Und es zeigt sich, dass Komplexität bei Fernsehserien nicht immer auf der narrativen Ebene festgemacht werden muss."
Hier ein kleiner Vergleich zwischen dem englischen Original und der deutschen Verschnodderung:
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