Zeit, auf ein fast verrücktes Projekt hinzuweisen. Der New Yorker Musikkritiker Norman Lebrecht hat in seinem Blog Slipped Disc Ende letzten Jahres versprochen, jeden Tag ein Werk Beethovens in verschiedenen Aufnahmen vorzustellen, und was soll man sagen - er ist seinem Vorsatz treu und hat fast täglich auf die besten Aufnehmen etwa der "Eroica" (hier), der Fünften Sinfonie (in drei Teilen, hier, hier und hier), der "Missa Solemnis (hier und hier), aber auch abseitigerer Werke wie der witzigen kleinen Hornsonate (hier) hingewiesen. Immer redet er extrem kenntnisreich und sehr gerecht über die Aufnahmen und die Musiker. Definitive Aufnahmen gibt es für ihn von Beethoven-Werken fast nie, immer eher verschieden legitime und auch von ihrer Zeit geprägte Ansätze. Nebenbei erfährt man eine Menge über die Geschichte der Musiker und Ensembles, etwa wenn Lebrecht bei Gelegenheit des Streichquartetts opus 95 die Geschichte des Amadeus-Quartetserzählt: "Drei von ihnen - Peter Schidlof, Siggi Nissel und Norbert Brainin - hatten sich als österreichische Juden in britischen Lagern für feindliche Ausländer kennengelernt. Den vierten, Martin Lovett, lernten sie durch Max Rostal, ihren Lehrer in London kennen. Sie gründeten das Quartett im Jahr 1947… Sie fingen gerade auf der britischen Decca an, als Elsa Schiller, die Produktionschefin der Deutschen Grammophon, sie in Berlin hörte und verpflichtete. Elsa war eine Überlebende des Lagers Theresienstadt. Sie suchte nach einem Gegengewicht zu etablierten deutschen Quartetten mit unschöner Nazivergangenheit. Da passte das Amadeus." Gibt es eigentlich irgendwo in Berlin eine Elsa-Schiller-Straße?
Lebrecht verlinkt in seinen Erläuterungen stets auf den Berliner Musikstreamingdienst Idagio. Da die Auszüge dort immerhin eine Minute dauern, bekommt man auch als Nicht-Abonnent schon mal einen Eindruck (bei rechtefreien Aufnahmen könnten sie aber auch auf das gesamte Werk verlinken, finden wir). Die Amadeus-Aufnahme von opus 95 (beeindruckender Anfang!) findet sich auch auf Youtube:
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