9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Medien

1199 Presseschau-Absätze - Seite 1 von 120

9punkt - Die Debattenrundschau vom 16.07.2019 - Medien

Daniel Binswanger stimmt in der linken Schweizer Republik der These zu, dass sich die NZZ der AfD in Deutschland andiene, aber einer bestimmten AfD: "Es ist die AfD von Beatrix von Storch und Alice Weidel - auch wenn man selbst diese beiden Vertreterinnen gelegentlich ermahnen muss, doch bitte nicht zu 'schrill' zu sein. Es ist die AfD, der Feuilleton-Chef René Scheu oder Wirtschaftschef Peter A. Fischer bei den Treffen der deutschen Hayek-Gesellschaft über den Weg läuft, gemeinsam mit Roger Köppel und Tito Tettamanti. Die AfD mit stramm deutschnationaler Gesinnung, aber knapp als bürgerlich durchgehendem Auftritt."

In einem zweiten Republik-Artikel berichtet Christof Moser, dass die NZZ Gelder aus einem "Spezialfonds", der für die Renten ehemaliger Mitarbeiter vorgesehen ist und aus den goldenen Zeiten der dicken Zeitungsrenditen stammt, zweckentfremdet habe. Herausgefunden hätten das zwei "Rentenbezüger", die die Bilanzen des Fonds studierten und feststellten, "dass das Vermögen des Fonds von zuletzt 120 Millionen Franken innert weniger Jahre um mehr als die Hälfte gesunken war - auf gerade mal noch 48 Millionen. Außerdem wurde das frei verfügbare Stiftungskapital in halsbrecherischer Buchhaltungsakrobatik auf null gesetzt."

Ziemlich entsetzt ist Jochen Hieber in der FAZ, dass der Hessische Rundfunk offenbar ausgerechnet seinen Radiokultursender hr2 abschaffen will: "Sicher ist, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk nirgendwo sonst derart bei sich selbst ist wie in seinen Kulturradios. Sie lassen sich nur und ausschließlich über den Rundfunkbeitrag finanzieren, was man von massenkompatibleren Veranstaltungen wie Fußball, Volksmusik oder Quizspielen durchaus nicht behaupten kann."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 15.07.2019 - Medien

Die britische satirische und investigative Zeitung Privat Eye ist im Netz noch seltener zu sehen als ihr französisches Pendant Canard Enchainé. Aber diese Woche zirkuliert wenigstens das Cover, das gegen drohende neue Pressegesetze in Großbritannien protestiert.

In Dänemark wird der öffentlich-rechtliche Sender gezwungen, sich zu verschlanken, berichtet Nantke Garrelts im Tagesspiegel: "Mehr Nachrichten und Kultur, mehr Kindersendungen, dafür weniger ausländische Serien, Unterhaltung und Lifestyle, außerdem weniger Sport. Durch die Schließung des Jazz-Senders P8 reduziert sich etwa die Spielzeit von Jazz im Radio von 8730 auf 310 Stunden im Jahr."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 13.07.2019 - Medien

Wegen des Skandals um Cambridge Analytica sieht Facebook einer Strafe von fünf Milliarden Dollar entgegen, berichtet unter anderem das Wall Street Journal. Bei Julia Carrie Wong im Guardian kommt der Vergleich nicht an, auf den sich der Tech-Konzern mit der Federal Trade Commission geeinigt haben soll: "Als Teil der Vereinbarung wird Facebook auch seinen Umgang mit Nutzerdaten überprüfen, aber der Vergleich beschränkt nicht die Möglichkeiten der Firma, Daten an Dritte weiterzugeben, heißt es in den Berichten. Kritikern sind die von Facebook geforderten Änderungen nicht sehr substanziell, und die Strafe wird in dessen Bilanzen keine Delle schlagen. Das Unternehmen hatte in den ersten drei Monaten von 2019 Einnahmen in Höhe von 15 Milliarden. 'Das ist keine Strafe, sondern ein Gefallen, ein Falschparkerticket, das den Weg frei macht für das weitere Wuchern illegaler Überwachung', sagt Matt Stoller von dem auf Monopole spezialisierten Open Markets Institute."

Nur im Prinzip lobenswert findet Jürg Altwegg in der FAZ das Vorhaben Frankreichs, Fake News und Hass im Internet per Gesetz zu bekämpfen. In der Realität sieht er darin auch eine Gefährdung der Pressefreiheit: "Macron gebärdet sich wie sein Vorbild Napoleon, der Presse und Literatur mit einer Mischung aus Repression, Förderung und Auszeichnungen (wie der Ehrenlegion) gefügig machte. Brutal sind seine Polizisten bei den 'Gelbwesten'-Demos gegen Reporter vorgegangen, Dutzende von Klagen wurden eingereicht. Die Affäre um seinen prügelnden Ex-Sicherheitschef Benalla hat gezeigt, dass - und wie - auch aus dem innersten Kreis im Elysée Fake News gestreut werden. Macrons Kommunikationschefin hatte sich ausdrücklich zu ihrer Bereitschaft zum Lügen für den Präsidenten bekannt, inzwischen ist sie Regierungssprecherin. Mehrere renommierte Enthüllungsjournalisten sind jüngst vom Geheimdienst vorgeladen und einvernommen worden. Auf einer ganzen Seite hat Le Monde eine Anleitung für das Verhalten bei Verhören veröffentlicht."

In der SZ meldet Willi Winkler, dass die einflussreichste unter den schwarzen Zeitungen, der Chicago Defender, seine Printausgabe einstellt, aber online weiterhin zu lesen ist
Anzeige

9punkt - Die Debattenrundschau vom 11.07.2019 - Medien

Da der DuMont-Verlag seine Regionalzeitungen von Hamburger Morgenpost bis Berliner Zeitung nicht los wird, wird jetzt über ein "Management Buyout" (MBO) nachgedacht, berichtet Gregory Lipinski bei Meedia: "Der Verkauf an das Management könnte für viele DuMont-Zeitungen ein Befreiungsschlag sein. Neue Eigentümer aus den eigenen Reihen der Zeitungen müssten künftig keine Konzernumlagen leisten, die Großverlage wie Funke und Madsack den Blättern auferlegen würden. Dies würde die Titel deutlich rentabler machen. Ein weiterer Vorteil: Geschäftsführer, die die Zeitungen erwerben, können leichter und schneller entscheiden, wie sie die Printprodukte fit für den Wettbewerb machen. Sie müssen keine komplexen Entscheidungshierarchien wie bei Großverlagen beachten."

Der ehemalige Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen hat die NZZ als sein "Westfernsehen" bezeichnet. Die NZZ hat sich davon distanziert. Aber manche AfD-Poltiker hatten diesen Vergleich ebenfalls bereits bemüht, schreibt Hans Brandt im Tages-Anzeiger: "Sich davon zu distanzieren, hat die NZZ bisher vermieden. Das war konsequent, denn diese rechte deutsche Leserschaft nimmt die NZZ billigend in Kauf. Sie will von der rechtspopulistischen Welle im Nachbarland profitieren und bewirbt eine politische Linie, die den 'linken Mainstream' geißelt."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 10.07.2019 - Medien

Eine Delegation der "Reporter ohne Grenzen" stieß bei Gesprächen in Saudi Arabien auf echte Irritation über das schlechte Ranking des Landes im Pressefreiheitsindex der Organisation. Die Delegation hat den Offiziellen aber erklärt, dass die Ermordung Jamal Khashoggis nicht als eine Ausübung königlicher Pressefreiheit zu verstehen ist, berichtet Stephanie Kirchgaessner im Guardian: "Im jüngsten Ranking, in dem auch vom Mord an Khashoggi und der scharfen Unterdrückung de Redefreiheit durch die saudischen Kronprinzen die Rede ist, ist Saudi Arabien noch einmal um drei Plätze nach unten gefallen. Der Bericht erwähnt auch, dass sich die Zahl der Journalisten und Blogger, die ins Gefängnis kamen, seit 2017 verdreifacht hat - dem Jahr also, in dem Prinz Mohammed, der sich selbst als Reformer darstellte, als Erbe des Königs eingesetzt wurde."

(Via turi2) Mathias Döpfner plant den genialen Schachzug, den Springer Verlag zu großen Teilen von dem Finanzinvestor KKR aufkaufen zu lassen (unserere Resümees). Der ist auch einverstanden, erhebt aber Bedingungen in bezug auf die Welt und die Welt am Sonntag, die man nur bei "angemessener Steuerung der jährlichen Ergebnissituation" fortführen wolle, berichtet Klaus Max Smolka  im Wirtschaftsteil der FAZ: "Die Frage ist, was mit diesem geistigen Erbe des Verlagsgründers Axel Springer passiert. Auffallend ist, dass das offizielle Angebotsdokument in der besagten Passage nur die Welt-Gruppe zum Thema macht...  Von der Bild-Gruppe, die als lukrativer gilt, ist keine Rede."

Politiker als Kolumnisten von Medien sind eine problematische Angelegenheit, findet Anne From in der taz mit Blick auf Friedrich Merz, der für Springer-Blätter, und Sigmar Gabriel, der für Holtzbrinck-Blätter schreibt: "Wenn der Tagesspiegel Sigmar Gabriel interviewt, ist das dann ein Gespräch zwischen Journalist und Politiker? Oder eines zwischen Quasi-Kollegen? Und wenn die WamS über Merz' politische Ambitionen berichtet, tut sie das dann, weil der Draht zwischen Redaktion und Kolumnist sowieso kurz ist?" Mal abgesehen davon, dass die Honorare obszön sind: Gabriel verdient mit seinen Kolumnen "zwischen 15.001 und 30.000 Euro im Monat, so gibt er es auf seiner Webseite an".

9punkt - Die Debattenrundschau vom 06.07.2019 - Medien

In Thüringen hält die Funke-Mediengruppe mit den Titeln Thüringer Allgemeine (TA), Thüringische Landeszeitung (TLZ) und Ostthüringer Zeitung (OTZ) mehr oder weniger das  Zeitungsmonopol. Gedruckt werden die heute bis auf das Lokale mehr oder weniger identischen Zeitungen in Erfurt - auf veralteten Druckmaschinen und mit hohen Vertriebskosten, so dass der Verlag über die Einstellung der gedruckten Zeitungen nachdenkt, berichtet Anne Fromm in der taz: "Wenn die Funke-Zeitungen wegfallen oder zumindest viel weniger gelesen werden, weil sie nur noch digital zu haben sind, dann entsteht in weiten Teilen des Bundeslandes das, was sie in den USA 'Nachrichtenwüste' nennen. Und das in dem Bundesland, wo der NSU seine Wurzeln hat. Wo die Höcke-AfD drei Monate vor der Landtagswahl in Umfragen mit gut 20 Prozent drittstärkste Partei ist. Wo Sozialforscher seit Jahren ein Verfestigen rassistischer Tendenzen bei rund der Hälfte der Bevölkerung beobachten." Hm, jetzt wäre noch die Frage zu klären, warum die Präsenz der Zeitungen das auch nicht verhinderte?

Die bis heute verehrten großen Journalisten der Geschichte waren eigentlich Blogger, schreibt Rainer Stephan, ehemals Süddeutsche Zeitung, bei kontext: "An wen erinnern wir uns, wenn wir an große deutsche Publizisten denken? An Maximilian Harden, der sich im Untertanenklima des deutschen Kaiserreichs nicht scheute, den Monarchen persönlich in die Schranken zu fordern. An Karl Kraus - als die tonangebenden Geistesgrößen 1914 unisono den Krieg begrüßten, überzog er sie unnachgiebig mit seinen Wut- und Intelligenztiraden. Weil die großen Zeitungen das nicht ertrugen, gründeten Harden wie Kraus kurzerhand eigene Blätter, Die Zukunft und Die Fackel, die sie praktisch im Einmannbetrieb gestalteten."

Außerdem: China sperrt einige internationale Medien für den Hortus conclusus des eigenen Internets, darunter die FAZ und tagesschau.de, berichtet Hendrik Ankenbrand auf der Medienseite der FAZ. Und alle Medien würdigen den großen Reporter und ehemaligen Stern-Chefredakteur Michael Jürgs, darunter Nils Minkmar in Spiegel online (hier), Mathias Döpfner im Tagesspiegel (hier), Steffen Grimberg in der taz (hier), Klaus Brinkbäumer bei Zeit online (hier), Hans Leyendecker in der SZ (hier), Ulrike Simon in Horizont (hier) und Klaus Pokatzky in Dlf Kultur (hier).

9punkt - Die Debattenrundschau vom 05.07.2019 - Medien

In den sozialen Medien gab es viel Aufregung über eine "Hart aber fair"-Talkshow, in der der AfD-Politiker Uwe Junge den anderen Gesprächsteilnehmern die Schau stahl. Kritik gab es auch am Moderator Frank Plasberg. Das eigentliche Problem ist aber grundsätzlicher Natur und liegt in der Dramaturgie der Talkshows, sagt Lutz Hachmeister im Gespräch mit Sebastian Wellendorf vom Deutschlandfunk: "Es gibt den Bösewicht, es gibt den Experten vom Dienst, die Frauenquote muss erfüllt werden. Dadurch bestimmt sich im Wesentlichen die Zusammensetzung dieser Talkrunden. Und natürlich hat jemand, der immer als der Bösewicht auftritt und als solcher auch definiert wird und dann im Grunde eine Mehrheit der anderen Talkgäste gegen sich hat, im Grunde einen Vorteil, weil er sich in die Opferrolle begibt. Das ist der AfD in den letzten Monaten und Jahren sehr zugutegekommen."

Auch die Publizistin Carolin Emcke rät in der SZ den Polittalkern der Öffentlich-Rechtlichen sich mit Blick auf die mitunter "vulgäre Aufmerksamkeit", die sie Rechten gewähren, doch mal die im Staatsvertrag für Rundfunk und Telemedien unter Paragraf 11, Absatz 2 genannten Prinzipien - "Objektivität und Unparteilichkeit, Meinungsvielfalt und Ausgewogenheit" durchzulesen; "Besonders fatal ist die Travestie der Idee der Meinungsvielfalt, die nicht zu einer Pluralisierung von Perspektiven und einer differenzierenden Betrachtung einer Frage, sondern zur dumpfen Pro-und-Kontraisierung der Wirklichkeit geführt hat. Nicht nur eignet sich nicht jede Frage für ein Pro und Kontra. Die Lust am Konflikt reduziert jede argumentative Erörterung auf dumpfe Gegnerschaft, die den Positionen aller Beteiligten jeden Selbstzweifel, jede Ambivalenz, jedes feingliedrige, kritische Denken entzieht. So wird dramaturgisch und analytisch erst jene Polarisierung geschaffen, die anschließend 'talkend' beklagt wird."
Stichwörter: Talkshows, AfD, Soziale Medien

9punkt - Die Debattenrundschau vom 04.07.2019 - Medien

In Deutschland kosten Epaper-Abos von Zeitungen 30 bis 45 Euros im Monat. Nun stellt die Landesanstalt für Medien NRW eine Studie vor, die ergibt, dass sich Leser etwas ganz anderes wünschen. Simone Jost-Westendorf, Mitverfasserin der Sduie, erläutert bei Meedia: "Nutzerinnen und Nutzer wünschen sich einen 'One-Stop-Shop', bei dem sie - ähnlich wie bei Netflix oder Spotify - auf sämtliche Inhalte zugreifen können, ohne zwischen Anbietern zu wechseln. Redaktionen können so Ressourcen und Kräfte bündeln und auch Nischenanbieter ihre Zielgruppe finden. Dabei sind die Vertrags- und Zahlungsmodalitäten gelernt: Die Zahlungsbereitschaft beläuft sich auf etwa zehn Euro pro Monat." (John Lanchester empfahl das übrigens schon 2010)

Felix Hooß wendet in der FAZ dagegen ein: Wie die Erlöse solcher Plattformen "verteilt würden, ob damit bestehende Redaktionen mit Korrespondentennetzwerken in der ganzen Welt finanziert werden könnten, diese Fragen sind völlig offen. Ambitioniert gestartete neue Anbieter wie Blendle konnten die Hoffnungen der Medienunternehmen nach neuen Erlösquellen bislang nicht erfüllen."

Dazu passt dann folgender Bericht von Ulrike Simon aus Horizont: "Der geplante Verkauf der DuMont-Zeitungen verläuft holprig." Ein "fatales Signal" sei das für die ganze Branche. "Früher hätten Interessenten den Kölnern die Bude eingerannt. Man muss sich das in Erinnerung rufen: Noch vor zwölf Jahren ließ sich die damalige WAZ-Gruppe den Kauf der Braunschweiger Zeitung geschätzte 210 Millionen Euro kosten. Diese Zeiten sind vorbei. Solche Summen sind heute nicht mehr vorstellbar. Im Fall von DuMont aber geht es nicht nur um einen einzelnen Titel, sondern um das gesamte regionale Zeitungsgeschäft. Die Resonanz ist trotzdem dürftig." (Simons Artikel ist nach Registrierung bei Horizont kostenlos zu lesen.)

9punkt - Die Debattenrundschau vom 03.07.2019 - Medien

Leicht deprimiert klingt Nora Sefas FAZ-Bericht über die Zahlungsbereitschaft von Internetnetnutzern für Online-Medien. Sie bezieht sich auf ein Whitepaper der Medienanstalt NRW (hier als pdf-Dokument): "Bei zehn Euro pro Monat für Online-Abonnements liegt bei den Leserinnen und Lesern die Schmerzgrenze. Mehr sind die meisten nicht bereit zu zahlen. Ein Blick in die Angebote führender Tages- und Wochenzeitungen aber zeigt: Kaum eine Publikation liegt unter den besagten zehn Euro." Das stimmt natürlich nicht ganz: Die New York Times, auch keine schlechte Zeitung, ist ab "1 Dollar pro Woche" zu haben. Das FAZ-Epaper-Abo liegt bei 45 Euro im Monat.

Libération publiziert einen zornigen, von einem Kollektiv verfassten Aufruf gegen geplante neue Bestimmungen im französischen Presserecht. So soll etwa der Tatbestand der Beleidigung dem Presserecht entzogen und ins allgemeine Strafrecht überführt werden - mit weniger spezialisierten Richtern und weniger Möglichkeiten für Journalisten, ihren guten Willen darzulegen. Hat die Regierung Macron ein Problem mit der Presse, fragen die Autoren. Und man muss wohl antworten: ja. Da gibt es etwa die "loi Fake news", "die die Kompetenzen des Conseil supérieur de l'audiovisuel (CSA) (der französischen Medienaufsicht, d.Red.) noch weiter ausdehnt und einen Keim von Zensur enthält. Und die angekündigte Reform des audiovisuellen Berichs  bedeutet noch mal eine Ausdehnung dieser Kompetenzen des CSA. Müssen wir daran erinnern? Diese Instanz, deren Mitglieder von der Regierung ernannt werden, ist keineswegs unabhängig."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 28.06.2019 - Medien

Die öffentlich-rechtlichen Sender wollen für die kommende Beitragsperiode 3 Milliarden Euro mehr, um die eher zögernde Bevölkerung weiterhin zu beglücken. In der FAZ fordert Hans Demmel, Lobbyist der Privatsender dagegen eine Einschränkung des öffentlich-rechtlichen Angebots: "Der Schweizer öffentlich-rechtliche Rundfunk beispielsweise muss fünfzig Prozent der Ausgaben für Information bereitstellen. Dieses Modell auf Deutschland übertragen, könnte eine Fokussierung von ARD und ZDF auf die Bereiche Information, Kultur und Bildung mit 75 Prozent der Ausgaben vorsehen. Es trüge so sicherlich zur inhaltlichen Schärfung des Profils bei, ohne dass es Unterhaltung oder informierende Unterhaltungsformate ausschließt."