Die traditionellen Medien verbringen einen Großteil ihrer Zeit damit, vor den
sozialen Medien zu warnen. Oliver Weber fragt sich in einem nicht als Satire gekennzeichneten
FAZ-Feuilletonaufmacher, ob ein
Verbot sozialer Medien für Heranwachsende, wie es neuerdings in Australien und bald wohl auch in Spanien gilt, wirklich ausreicht. "Das von Instagram, Tiktok und Co. verkörperte Problem wäre mit einem Verbot für Kinder und Jugendliche ... keineswegs gelöst - zu weitreichend sind inzwischen seine Auswüchse." Angesichts zunehmender Vereinsamung unter jungen Erwachsenen sieht Weber den "
Staat aufgefordert, sein Wächteramt auch gegenüber Volljährigen auszuüben. Er müsste sich von seiner liberalen Prämisse, jeder wisse schon, was er wolle, verabschieden und stattdessen ein starkes Gemeinwohlkonzept vertreten. Er dürfte nicht davor zurückschrecken, offen auszusprechen,
was ein gutes Leben ausmacht - und was nicht. Allein dies bedeutete einen Bruch mit den großen Liberalisierungstendenzen der vergangenen Jahrzehnte und die Rückkehr zu einem älteren, klassischeren Begriff von Politik, der den guten Staat nicht nur metaphorisch der tugendhaften Seele zuordnet." Bliebe ein klitzekleines Problem: "Ein Verbot auch für Erwachsene verstieße höchstwahrscheinlich gegen die verfassungsmäßig garantierte
Handlungsfreiheit." Aber gibt es nicht auch Staaten, die dies Problem bereits im Griff haben?
Der Schlagersänger
Gil Ofarim war vor einigen Jahren ins Gespräch gekommen, weil er gegen ihn gerichtete
Antisemitismusvorwürfe erfunden hatte. Der Gerichtsprozess ist längst gelaufen. Ofarim gehört nun zu den C-Promis des "Dschungelcamp". Und wird, so
berichtet Martin Krauss in der
taz, von dem an der Show-Beteiligten Showmaster
Stefan Raab antisemitisch verspottet: "Am 27. Januar, nebenbei gesagt: dem Holocaustgedenktag, stellte Raab den Dschungelkandidaten Gil Ofarim vor, Sohn des israelischen Sängers Abi Ofarim. Dieser Gil, berichtete eine gequält-witzige Off-Stimme, trage in sich ein '
Betrüger-Gen', das habe er von seinem extra für diesen Gag erfundenen 'Onkel Samuel' geerbt. Dazu passend wurde Ofarims Musik mit Bildern
tanzender ultraorthodoxer Juden unterlegt."
Mehr in der
Jüdischen Allgemeinen.
Die
Washington Post hat viele Abonnenten verloren - das dürfte an Jeff Bezos'
Maga-Wende liegen, vermutet Michael Hanfeld ebenfalls in der
FAZ. Bezos reagiert, indem er
mehrere Hundert Stellen streicht. "Die Sport- und die
Literaturredaktion sollen demnach fast komplett schließen, der Reporter-Podcast wird eingestellt, das Metro-Desk, das für die lokale Berichterstattung aus Washington, Maryland und Virginia zuständig ist, wird umstrukturiert, bei den Auslandsbüros gibt es
massive Kürzungen."