Aus dem Arabischen von Magda Barakat und Larissa Bender. Abdalrachman Munifs "Zeit der Saat" ist die Fortsetzung seines Erfolgsromans "Salzstädte". Packend beschreibt Munif den Wandel einer Beduinengesellschaft angesichts des über Nacht hereinbrechenden Ölreichtums. Zeit der Saat ist eine bitterböse Kritik an der urplötzlich zu Reichtum gelangten, dekadenten und korrupten Gesellschaft eines arabischen Sultanats. Eventuelle Ähnlichkeiten mit tatsächlichen historischen Begebenheiten sind durchaus beabsichtigt.Das karge Leben der Bewohner, die einst mit ihren Karawanen durch die Wüste zogen, verändert sich rasant: Sitten und Bräuche werden über Bord geworfen, Traditionen erschüttert. Der libanesische Arzt Dr. Subhi Mahmaldschi, ein Karrierist am Hofe des Sultans, ist die treibende Kraft beim Aufbau eines modernen Staatswesens mit allem, was dazugehört - einem Geheimdienst, einem Pressewesen, einer hochgerüsteten Armee. Unweigerlich macht er sich damit zum Feind der kleinen Leute. Wie alle großen Bücher ist auch dieses alles in einem: ein historischer Roman, ein Werk des Mythos, ein Epos der Metamorphosen, ein Abgesang, eine Anklage
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.05.2008
Dies ist der zweite Band eines fünfteiligen Romanzyklus, in dem der 2004 verstorbene Autor Abdalrachman Munif eine Welt entwirft. Diese Welt zu skizzieren, die reich ist an Umfang, Komplexität und Personal, unternimmt in einer selbst sehr umfassenden Rezension Angela Schader. Sie erzählt vom Leben des Autors, der spät erst, nach einer Karriere bei einer Ölfirma, zu schreiben anfing. Im Zentrum des Romans steht der libanesische Arzt Subhi Mahmaldschi, der zum mächtigen und einflussreichen Mann hinter den Kulissen des fiktiven, Saudi-Arabien nachgebildeten Ölstaats wird, um den es im Romanzyklus geht. Als Mischung aus Faust und Mephisto bezeichnet Schader Mahmaldschi, als gewieften Intriganten, der sich dem vor allem an "Bratfleisch und Weibern" interessierten neuen Sultan anzudienen weiß - ein "verblasener Theoretiker" ist er jedoch zugleich auch. Munif beschreibt die Entstehung der ganzen Infrastruktur des reicher und reicher werden Staates, seiner alles andere als unabhängigen Presse, der sich in rasender Geschmacklosigkeit ausbreitenden Stadt- und Gebäudelandschaft. Die Rezensentin hat alle Hände voll zu tun, den vom Autor entworfenen Kosmos vor Augen zu führen, versichert zuletzt aber, dass der Leser auf die Fortsetzung des Buches mit "Ungeduld" warten wird.
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