Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Dirk van Gunsteren.  Ein moderner Familienroman in der Tradition einer welthaltigen und weltläufigen US-Literatur. Alles beginnt mit einem Unglück auf einer Landpartie in Maine. Nein, früher: Es beginnt in den 1960er Jahren in London, als die junge Amerikanerin Margaret erfährt, dass John, ihr Verlobter, nicht einfach verschwunden, sondern manisch-depressiv in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden ist. Vor die Wahl gestellt, entscheidet sie sich für ein Leben an seiner Seite, ein Leben mit seiner Krankheit. Was daraus folgt, ist die Geschichte einer Familie über zwei Generationen, die Geschichte einer erblichen bipolaren Störung, einer mal glanzvollen und häufiger noch prekären Existenz, durchzogen von den Spuren eines großen Verlusts. Adam Haslett erzählt von Mutterliebe und Geschwisterbanden mit derselben Glaubwürdigkeit und Präzision wie vom Hummerfischen, von Clonazepam oder Funk, Techno und House.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.02.2018

Rezensent Martin Halter findet, dass der Vergleich von Adam Hasletts Roman mit den Büchern von Jonathan Franzen hinkt. Haslett beschreibt nicht psychologisch von außen, sondern sehr persönlich von innen, wie eine Familie an der Depression eines Mannes fast zerbricht, erklärt er. Dass der Autor die Psychodynamik der Familie über 50 Jahre hinweg in allen Nuancen einfängt, ohne auf Komik zu verzichten und ohne den Leser runterzuziehen, hält Halter für ein großes Kunststück.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.02.2018

Adam Hasletts Roman beginnt mit einem großen familiären Unglück, rollt danach die gesamte Vorgeschichte auf und führt am Ende, folgerichtig, wieder zur Katastrophe, resümiert Rezensent Tilman Urbach. Die Geschichte der Familie, um die es hier geht, wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, was ein großer Vorteil dieses Buches ist. Nach und nach stellt der Leser fest, dass das "Gravitationszentrum", um das alle Figuren kreisen, erst der Vater und nach dessen Freitod dessen ältester Sohn ist. Meisterhaft eröffne Haslett dem Leser den Blick auf das Innere seiner Figuren und doch sind diese, jedenfalls alle außer eine, so selbstständig und so authentisch, dass sie uns noch überraschen können, lobt Urbach. Nur an seiner Hauptfigur ist er "zu nah" dran, ihr lässt er kaum Luft zum Atmen und zu zielstrebig ist ihr Weg ins Verderben. Das wirkt auf die Dauer erschöpfend und da kann auch der ab und an durchklingende Humor der anderen Figuren nicht mehr helfen, meint er. Schade, findet der ansonsten zufriedene Rezensent, der sich allerdings eine Übersetzung, die den lustigen, teils "parodistischen" Ton besser einfängt, gewünscht hätte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.01.2018

Obwohl Rezensent Christoph Schröder durchaus wohlwollende Worte für den zweiten Roman Adam Hasletts übrig hat und zwar nicht zu knapp, macht seine Rezension keine große Lust auf die Lektüre. Da ist dieses eine Wort, das jedes Lob übertönt, all das erzählerische Geschick, die Authentizität, das interessante Konzept - "langweilig". Aus wechselnden Perspektiven erzählt Haslett in "Stellt euch vor, ich bin fort" von einer Familie, die zerrüttet wird durch Depressionen, eine Familie die sich abmüht, die Verbindungen unter ihren Mitgliedern aufrecht zu erhalten, obwohl es gerade diese Verbindungen sind, die sie vergiften, lesen wir. Der Aufbau der Geschichte ist klug und plausibel, auch entwickelt der Roman an einigen Stellen eine erstaunliche Sogkraft, insbesondere dann, wenn aus der Sicht der Großmutter erzählt wird, sol Schröder. Wenn es jedoch um die Lebenswege der Enkelkinder geht, driftet Haslett in Klischees und langatmige Beschreibungen ab, was leider wenig Freude bereitet, schließt der abwägende Rezensent.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de