Aus dem Amerikanischen von Marlene Fleißig und Franke Reinhart. Arzt, Soldat, Psychiater, Rebell und Vordenker der Dekolonialisierung - Adam Shatz erzählt die vielen Leben Frantz Fanons und erkundet dessen revolutionäre Ideen. In einer Zeit, in der Debatten über Identität und Herkunft immer mehr an Bedeutung gewinnen, ist Fanons radikaler Humanismus von ungebrochener Relevanz.
In seiner Rezension von Adam Shatz' Biografie rekapituliert Rezensent René Aguigah ausführlich das Leben des Psychiaters, Autors, Theoretikers und Aktivisten Frantz Fanon, der vor hundert Jahren auf Martinique geboren wurde. Als Jugendlicher hat er sich den französischen Streitkräften angeschlossen, um gegen Hitler zu kämpfen, hat aber in Frankreich vielfache Rassismuserfahrungen gemacht, erfahren wir. Nach dem Medizinstudium, so Aguigah, hat er in Algerien die Leitung einer Klinik übernommen, sich der FLN angeschlossen und weiterhin Opfer von Kolonialismus und Krieg behandelt und auch die Texte geschrieben, die heute noch gelesen werden. Der Kritiker freut sich, dass Shatz quellengesättigt und doch gut lesbar über das Leben Fanons schreibt und auch aufzeigt, welche Anknüpfungspunkte sich in seinem dekolonialen Schreiben auch für heutige Konflikte finden lassen - das ist für Aguigah "große biografische Kunst".
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