Aus dem Französischen von Sina de Malafosse. Eine Frau und M., ihr Geliebter, verbringen das Wochenende in einem einsamen Chalet. Doch mit einem Mal ist M. tot. Außer sich vor Schmerz bleibt die Erzählerin mit seinem Körper zurück. In den Tagen, die folgen, weicht sie ihm nicht von der Seite. Schläft bei ihm, spricht mit ihm, fährt mit ihm auf dem Rücksitz durch die Berge. Dabei blickt sie zurück auf ihre ersten Beziehungen, auf Männer, die sie kleinhielten, verletzten oder missbrauchten, auf ihre eigene Schwäche. Und auf ihre Liebesgeschichte mit M., die frei und großzügig war. All das erzählt sie in Briefen an seine Frau - bis sie bereit ist, Abschied zu nehmen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.06.2024
Die Autorin Adeline Dieudonné kennt Rezensentin Barbara von Machui als Spezialistin fürs Makabere, so auch in ihrem neuen Roman: Die Ich-Erzählerin fährt mit ihrem Geliebten für ein Wochenende an den See, er stirbt an einem Herzinfarkt, aber sie kann im wörtlichen und übertragenen Sinne nicht loslassen. Sie fährt noch einige Tage mit der Leiche im Auto durch die Gegend, schreibt der Ehefrau ihres Geliebten einen langen Brief, warum sie noch Zeit mit der Leiche alleine braucht, erzählt Machui. Am Ende steht der Kontrollverlust. Das hat zwar einige inhaltliche Längen, macht aber in seiner Skurrilität großen Spaß, versichert die Kritikerin, die auch die Musik-Playlist empfiehlt, die die Autorin für den Roman zusammengestellt hat.
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