Adrian Geiges

Front gegen die Freiheit

Peking, Moskau und ihre Komplizen in aller Welt
Cover: Front gegen die Freiheit
Piper Verlag, München 2024
ISBN 9783492072847
Gebunden, 256 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

China und Russland sind die Speerspitze einer Bewegung gegen die Freiheit, die vom Iran bis nach Nordkorea reicht. Viele glauben nach wie vor, Putin und Xi Jinping seien nicht vergleichbar. Doch sie stehen in einer gemeinsamen Tradition, die mit der Oktoberrevolution von 1917 begann. Der langjährige Peking- und Moskau-Korrespondent Adrian Geiges erzählt die  Geschichte der chinesisch-sowjetischen und chinesisch-russischen Beziehungen, die die Welt heute mehr prägen denn je. Und er untersucht, auf welche "nützlichen Idioten" sich diese Allianz im Westen stützen kann.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 09.12.2024

Selbst für die gut Informierten ist Kritikerin Catrin Stövesand dieses Buch des Journalisten Adrian Geiges eine Empfehlung wert: Er macht sich darin Gedanken über die gemeinsame Arbeit von Russland und China an einer "antidemokratischen Weltordnung." Der fast stalinistische Terror Maos kommt ebenso zur Sprache wie das Verhältnis zwischen Peking und Moskau, das sich im Vergleich zu früher umgekehrt hat, mit China als Übermacht, aber Geiges' eigene Position als früherer Kommunist wird von ihm reflektiert. Dass Sanktionen schon wegen der deutschen Abhängigkeit von der chinesischen Wirtschaft schwierig sind, führt den Verfasser zur Empfehlung, "Freiheit vorzuleben, um sie zu verteidigen", beschreibt Stövesand, die dieses fundierte und gleichzeitig gut lesbare Buch gerne empfiehlt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.10.2024

Rezensentin Anna Schiller entdeckt allerhand Mängel in Adrian Geiges' Buch über die Geschichte der chinesisch-russischen Beziehungen und die Naivität des Westens den beiden Staaten gegenüber. Vieles in Geiges' Analyse erscheint Schiller vereinfacht dargestellt und in die Argumentation eingepasst, etwa die Erzählung vom geplanten Umsturz der indischen Regierung durch Maoisten oder die von der Abschaffung des Englischunterrichts zugunsten von "Xi-Jinping-Kunde" in Chinas Grundschulen. Sehr leitartiklerisch geht der Autor laut Schiller vor, wenn er die Letzte Generation als Erfüllungsgehilfen von China und Russland bezeichnet. Wie die beiden Regime durch Spionage Demokratien zu attackieren versuchen, darüber berichtet der Autor hingegen zu wenig, kritisiert Schiller.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.09.2024

Der Ausdruck "unheilige Allianz" ist äußerst passend für die Verbindung zwischen Wladimir Putin und Xi Jinping, bekundet Rezensent Majd El-Safadi nach der Lektüre des Buches, das der Journalist Adrian Geiges über die Entwicklung der Beziehungen der beiden Imperien geschrieben hat. Geiges spricht Mandarin und Russisch und war in seiner Jugend selbst Mitglied der DKP, diesen Kenntnisreichtum rechnet El-Safadi ihm hoch an. Die vier Großkapitel vom russischen Einfluss auf die chinesische Revolution in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts bis zur Umkehr des Machtverhältnisses in den 2000ern, bei dem Putin nun quasi als "Juniorpartner" fungiert, liest er mit Gewinn . Die Selbstkritik, die Geiges außerdem an seiner Rolle als Vertreter von Gruner + Jahr in China übt, kann den Kritiker ebenfalls überzeugen, einzig den Vorwurf der "Naivität" an Angela Merkel kann er nicht ganz nachvollziehen und hätte sich hier überzeugendere Belege gewünscht.

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