Urbansky und Wagner erzählen die wechselvolle Geschichte vielschichtiger Verbindungen, denen sich die zwei Länder niemals entziehen konnten. Als imperiale Großreiche, sozialistische Supermächte und autoritäre Gewaltregime glichen und verglichen sie sich, sie konkurrierten und kooperierten. China und Russland können sich nicht aus dem Weg gehen und marschieren doch nicht im Gleichschritt. Über das Verhältnis zwischen China und Russland wird viel spekuliert. Einerseits befürchten Beobachter:innen ein Bündnis der autoritären Regime. Andererseits widersprechen sich die geopolitischen Interessen Pekings und Moskaus oftmals. Auf der einen Seite nennen sich Xi Jinping und Wladimir Putin "gute Freunde". Auf der anderen Seite ist unklar, ob die Länder sich auf Augenhöhe begegnen und wie sich die Machtbalance verschoben hat. Um die chinesisch-russischen Beziehungen im 21. Jahrhundert angemessen einzuordnen, muss man ihre lange Vergangenheit verstehen. Die Historiker Sören Urbansky und Martin Wagner führen in die vierhundertjährige Geschichte der beiden Nachbarn ein: von den ersten offiziellen Kontakten 1618 über das Zerwürfnis der beiden kommunistischen Regime unter Chruschtschow und Mao bis hin zu Chinas Reaktion auf Russlands Krieg in der Ukraine 2022.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.04.2025
Rezensent Alexander Armbruster lernt allerhand über das Verhältnis zwischen China und Russland mit dem Buch der Historiker Sören Urbansky und Martin Wagner. Die ganze vielschichtige, komplexe Beziehung der beiden Länder seitdem 17. Jahrhundert bis in unsere Zeit wird im Buch laut Armbruster aufgeblättert. Sichtbar wird, warum diese beiden Länder anders sind als der sogenannte Westen, warum sie trotz Auseinandersetzungen zueinander stehen und was sie eint. Besonders aufschlussreich sind für Armbruster diejenigen Passagen, die sich mit dem 20. Jahrhundert befassen, mit Chinas Aufstieg und Russlands Stagnation.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.03.2025
Viel lernt man aus diesem starken Buch über die Beziehung zwischen Russland und China, freut sich der hier rezensierende Historiker Stefan Messingschlager. Sören Urbansky und Martin Wagner, beide Historiker mit Fokus auf Osteuropa, nehmen den Zeitraum vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart in den Blick, so Messingschlager, und sie beschreiben die Entwicklung des Kontakts zwischen beiden Ländern entlang einzelner Episoden. Gut gefällt dem Rezensenten der inhaltliche Schwerpunkt der Untersuchung: einerseits rücken Urbansky und Wagner die oft ungleichen und über die Jahrhunderte wechselhaften Machtverhältnisse zwischen China und Russland in den Blick, andererseits werden jedoch auch die immensen kulturellen Unterschiede zwischen den Ländern thematisiert. Messingschlager rekonstruiert einige Etappen der chinesisch-russischen Geschichte bis hin zu der als Zweckbündnis beschriebenen Partnerschaft in Zeiten des Ukraine-Kriegs. Kann man aus der Geschichte etwas für die Gegenwart lernen? Schon, meint der Kritiker, aber das Gestern determiniert nicht das Heute. Insgesamt ist das Buch ein Glücksfall, findet der Rezensent, da es einerseits exakt erarbeitete Argumente präsentiert, andererseits aber auch für Nichtfachleute gut lesbar ist.
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