Aeneas Rooch

Die Entdeckung der Unendlichkeit

Das Jahrhundert, in dem die Mathematik sich neu erfand. 1870-1970
Cover: Die Entdeckung der Unendlichkeit
Heyne Verlag, München 2022
ISBN 9783453218185
Gebunden, 416 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Mit Illustrationen von Inka Hagen. Was ist die Unendlichkeit? Gibt es verschiedene Unendlichkeiten? Vielleicht sogar in unterschiedlichen Größen? Wächst die Unendlichkeit immer weiter und ist niemals abgeschlossen? Oder gibt es auch eine Unendlichkeit, die nicht mehr größer wird? Diese Fragen haben enorme praktische Bedeutung: Erst durch sie konnte geklärt werden, was Zahlen wie 7 oder Pi genau sind und dass elementare Rechentechniken, etwa zum Bestimmen eines Flächeninhalts oder der Steigung einer Kurve, tatsächlich präzise und ohne böse Überraschungen funktionieren. Letztlich beruht die gesamte heutige Mathematik darauf.In den Jahren 1870 bis 1970 machten es sich fünf geniale Köpfe zur Aufgabe, das Undenkbare zu ergründen und die Grenzen der Mathematik zu sprengen. Als Erster wagte es Georg Cantor die Unendlichkeit mathematisch zu untersuchen - er revolutionierte dabei die gesamte Mathematik. Was er herausfand, beschäftigte Wissenschaftler bis in die 1960er Jahre: Unter ihnen Bertrand Russell, der einen folgenschweren Widerspruch in Cantors Mengenlehre entdeckte, David Hilbert, der mit einer Auflistung der bedeutendsten mathematischen Fragen seiner Zeit weltberühmt wurde, Kurt Gödel, der die Grenzen unseres Wissens auslotete, und Paul Cohen, der endlich die Antwort auf eine Frage fand, die die Wissenschaft seit fast einem Jahrhundert umtrieb. Sie alle verbindet ihre Faszination für die Unendlichkeit, ihre Leidenschaft für abstraktes Denken, ihre Vorstellungskraft - und ihr Verdienst für die moderne Mathematik, die auf ihren Erkenntnissen fußt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 25.07.2022

Rezensent Hans von Trotha bekommt Mathematik verständlich serviert vom Mathematiker Aeneas Rooch. Dass sich abstrakte mathematische Probleme wie die Entdeckung der Unendlichkeit zeit- und kulturgeschichtlich verorten lassen und bisweilen sehr konkrete Umstände aufweisen, vermittelt der Autor laut Trotha derart konzentriert, wohl struktruiert und verständlich, dass der Rezensent mitunter tatsächlich meint, komplexe Mathematik zu verstehen. Roochs Ansatz, anhand von Abbildungen und Grafiken und der Gedanken großer Mathematiker wie Cantor, Russell und Gödel Forschungsgeschichte erlebbar zu machen, findet Trotha jedenfalls überzeugend.

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