Fröhliches Lachen bejaht, bitteres Lachen beweint. Das eine sagt ja, das andere nein. Wittgenstein drückte es so aus: Die Welt des Glücklichen ist eine andere als die des Unglücklichen. Das gilt auch für ihr Lachen.
Ágnes Heller denkt als Erste aus philosophischer Sicht darüber nach, was komisch ist und warum. Als Schauplätze wählt sie Film, Theater, Roman oder Witz - und das Leben selbst. Sie lässt verschiedene Theorien des Komischen Revue passieren und schildert moderne Denkansätze: systematische, psychologische und existenzielle.
Und sie kommt zu dem Schluss, dass es letztlich immer der Abgrund zwischen unseren persönlichen Anlagen und unserer Gesellschaft ist, der uns zum Lachen bringt. Lachen und Weinen sind die elementaren Antworten auf das Dasein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.07.2018
Angeregt hat der hier rezensierende Philosoph Matthias Kross Agnes Hellers Studien zu den Spielarten der Komik in Kunst und Literatur gelesen. Das Komische als "unbestimmbares Wesen" im Gegensatz zur vereinheitlichenden Tragik lernt der Kritiker hier kennen, von Heller in kleinen Schritten vom antiken derben Volksstück über das "existenziale" Theater des Absurden bis hin zur Untersuchung des Witzes und zum Komischen in Bildkunst und Kino geleitet. Auch wenn die Autorin weniger eine Geschichte und vielmehr eine "Phänomenologie" des Komischen schreiben wollte, preist der Rezensent das Werk nicht nur als Enzyklopädie der westlichen Komik, sondern auch als Summe ihres philosophischen Lebenswerks. Angesichts der reichen Bildung Hellers und ihrer "methodischen Heterodoxie" verzeiht der Rezensent gern den gelegentlich allzu akademischen Duktus.
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