Herausgegeben von Frank Benseler und Werner Jung. Aus dem Inhalt: Briefwechsel zwischen Leo Kofler und Georg Lukács 1962-1979; eingeleitet und kommentiert von Dieter Redlich. Zsuzsa Bognár schreibt über Michael Josef Eisler und seine Mitstreiter ? Georg Lukács' Magnetfeld im Pester Lloyd. Tom Rockmore schreibt über Lukács, Marxist Aesthetics, and Truth. Nicolas Tertulian schreibt über Nicolai Hartmann und Georg Lukács. Mit weiteren Beiträgen von Stefanie Benke, Vesa Oittinen, Károly Kókai, Tibor Szabó, Sándor Karikó, Zsuzsanna Máté, Gábor Szécsi, László Sziklai und Janelle Blankenship.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.01.2002
Neuerscheinungen zu Georg Lukacs aus dem "Umkreis seines 30. Todestages" stellt Stefan Dornuf vor. Neben einem Buch "solider Gelehrsamkeit ohne Überraschungen" aus Italien (Guido Oldrini: "I compiti della intelletualita marxista") und einem Buch von Galin Tihanov ("The Master and the Slave. Lukacs, Bakhtin and the Ideas of Their Time"), dem er "frischen Rezeptionswind" attestiert, widmet er sich vor allem dem aktuellen Jahrbuch der Internationalen Lukacs-Gesellschaft, "weil es die internationalen Aktivitäten zu dem ungarisch-jüdischen Denker umfassend zu dokumentieren beansprucht". Allzu umfassend geht das dann allerdings doch nicht zu, wollen wir dem Rezensenten Glauben schenken. Der nämlich freut sich zwar durchaus, dass in dem Band endlich einmal auch die beiden wichtigsten "orthodoxen" Lukacs-Schüler Leo Kofler und Wolfgang Harich "unübersehbar präsent" sind. Die vorgestellte Korrespondenz Koflers mit seinem Lehrer jedoch findet er vom Umfang her "eher bescheiden" und außerdem "sachlich unergiebig", da sich, wie Dornuf schreibt, der Bearbeiter seiner "ideologischen Scheuklappen" nicht zu entledigen vermochte. Gegen den Strich geht dem Rezensenten auch der "reziproke Kotau" der professoralen Autorschaft. Die Behauptung Tom Rockmores etwa, aus den Arbeiten des Mitherausgebers Jung lasse sich mehr über Lukacs' ästhetische Anschauungen lernen als aus der Lichtheimschen Lukacs-Monografie von 1970, quittiert er mit einem Hinweis auf Rockmores mangelndes eigenes Reflexionsniveau, das ihn am Versuch, Lukacs in epistemologisch-ästhetische Widersprüche zu verwickeln, scheitern lasse.
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