Agneta Blomqvist, Lars Gustafsson

Doppelleben

Cover: Doppelleben
Carl Hanser Verlag, München 2020
ISBN 9783446265615
Gebunden, 144 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Verena Reichel. Mit Abbildungen. Geteilte Kindheitserinnerungen von Lars Gustafsson und seiner Frau Agneta BlomqvistIn diesem letzten gemeinsamen Buch erzählen Lars Gustafsson und Agneta Blomqvist sich von ihrer Kindheit im Schweden der 40er und 50er Jahre. Die Gegensätze einerseits: Junge und Mädchen, Genossenschaftswohnung und große Villa, Västeras und Stockholm, Einzelkind und vier Geschwister. Die Gemeinsamkeiten andererseits: eine liebevolle, aber strenge Erziehung, viel Zeit zum Spielen, die "Wassersuppe" fader Jugendbücher und die "materiell verdichtete Langeweile" der Schule, die Lars zu ersten Schreibversuchen treibt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.08.2020

Franz Haas warnt vor Altersmilde in diesem Doppel-Selbstporträt von Lars Gustafsson und Angela Blomqvist. Während Blomqvist nur noch über schwedische Kindersommer und nasse Wollsachen palavert, blitzen laut Haas in Gustafssons Erinnerungseinträgen immerhin ab und zu der Verve und der Witz seiner früheren Texte auf, die alte Poesie mit Biss, etwa, wenn der Autor einen Sommertag am See mit einer "Schreckensfrage" enden lässt oder scharfsichtig wie Canetti auf die Schulzeit zurückblickt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.05.2020

Rezensent Christian Metz ahnt ein Eden in Schweden beim Lesen von Lars Gustafssons und Agneta Blomqvists Kindheitserinnerungen. Der konzertante Rückblick der beiden Eheleute beschränkt sich laut Metz allerdings auf Kinderzimmer, Lektüre, Seen und Schlittererlebnisse, auf Schule, Geschwister und Freunde. Ausgeblendet bleiben nicht nur die Verhältnisse außerhalb Schwedens, so Metz, auch der Krieg kommt höchstens am Rand vor. Der weitgehend sorgenfreie Kinderblick, Gustafssons Humor und Blomqvists Selbstironie sind Metz jedoch kurzweilig genug.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.05.2020

Rezensent Thomas Steinfeld folgt den Kindheitserinnerungen von Lars Gustafsson und Agneta Blomqvist gern. Dass die Notizen, im Schwedischen nur eine Beigabe des Verlags an Freunde, auf Deutsch erschienen sind, empfindet er als Glück. Einmal, da es sich um die Erinnerungen von aus unterschiedlichen Milieus kommenden Eheleuten handelt, die auf eine "verborgene Einheit" zielen, und dann, da Kindheit hier als eine Art verlorenes Territorium betrachtet wird, das Eltern noch nicht wie heute mit ihren Vorstellungen füllten. Wie die beiden sich erinnern, unsentimental, aber gern, findet Steinfeld lesenswert.
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