Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969) war einer der wichtigsten Architekten der Moderne: Wie kaum ein anderer prägte er unsere Vorstellung von moderner Architektur. Van der Rohe war bereits ein weltberühmter Architekt, als er 1930 die Leitung des Bauhauses in Dessau übernahm. Er hatte sich mit dem deutschen Pavillon zur Weltausstellung 1929 in Barcelona, und anderen Bauten international einen Namen gemacht. Aber schon im August 1932 wurde das Bauhaus auf Antrag der Nationalsozialisten geschlossen. 1938 emigrierte er in die USA, wo er lehrte und auch ein erfolgreiches Arvchitekturbüro führte. In den 1960er-Jahren bekam er den Auftrag für die Neue Nationalgalerie in Berlin. Im Comic schildert Mies van der Rohe seinem Enkel während eines Fluges zu dieser Baustelle sein Leben.
Ralph Trommer erfährt aus Agustin Ferrer Casas' Graphic Novel, wer der Mensch Ludwig Mies van der Rohe war. Von Mies' Aufstieg zum Bauhaus-Direktor, seinen Rückschlägen und seinen Auseinandersetzungen mit Nazi-Deutschland erzählt der laut Trommer weitgehend naturalistisch gehaltene Band ebenso wie über das schwierige Verhältnis des Architekten zu den Frauen. Insgesamt ein pointierter Einblick in Vita und Werk, erklärt Trommer anerkennend.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.08.2019
Dass der Spanier Augustin Ferrer Casas vor seiner Karriere als Cartoonist als Architekt tätig war, merkt Rezensent Gerhard Matzig diesem Comic an. Denn Bild- und Textelemente vermag der Autor wie ein Baukünstler zusammenzufügen, fährt der Kritiker fort, der hier von den ersten Seiten an gebannt dem Leben von Mies van der Rohe folgt. Dass der als Sohn eines Maurers geborene Ludwig Mies zeit seines Lebens ordentlich auf den Putz haute, beruflich wie privat, erkennt Matzig in diesem Comic ebenso wie das außergewöhnliche Talent des Architekten, das Casas in wenigen Bilder zu bannen weiß. Darüber hinaus bewundert der Rezensent, wie sparsam der Autor van der Rohes Biografie mit der Geschichte Deutschlands zwischen Weimarer Republik und Nazideutschland verknüpft: Mitunter nähert sich Casas der Ligne claire eines Hergés an, meint er.
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