Jana Revedin

Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus

Das Leben der Ise Frank. Ein biografischer Roman

Klappentext

Die sechsundzwanzigjährige Ise Frank, Tochter einer großbürgerlichen jüdischen Familie, beginnt im München der frühen 1920er-Jahre eine Karriere als Buchhändlerin und Rezensentin. Ihr Leben erfährt eine neue Wendung, als sie den Architekten und Bauhausgründer Walter Gropius kennenlernt. Heute ist ihr Name vergessen: Doch Ise Frank war weit mehr als die Ehefrau von Walter Gropius und Sekretärin der berühmten Architektur- und Designschule. Als Journalistin und Autorin bestimmte sie den Kurs des Bauhauses entscheidend mit. Vor allem aber stellte sie sicher, dass seine bahnbrechenden Gestaltungs- und Lehrideen in der Nazizeit - und auch danach - nicht in Vergessenheit gerieten. Ise Frank, nur scheinbar Randfigur, tritt in diesem biografischen Roman erstmals in den Mittelpunkt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.01.2019

Warum Jana Revedin einen biografischen Roman schreiben musste, kann Katharina Rudolph nicht verstehen. Wie die Journalistin Ise Gropius, geborene Frank sich der Bauhaus-Idee unterordnete, kann ihr die Autorin zwar vermitteln, doch was im Text aus den Quellen recherchierte Realität, was Fiktion ist, vermag die Rezensentin nicht zu erkennen. Das umfangreiche Wissen der Autorin wäre in einer Biografie über Ise Gropius möglicherweise besser angelegt gewesen, vermutet Rudolph.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 11.01.2019

Knapp, aber hymnisch bespricht Andreas Schäfer diesen Roman der Architekturprofessorin Jana Revedin über Ise Frank. Revedins Verdienst besteht nicht nur darin, die zweite Frau des Bauhausgründers Walter Gropius aus dem Schatten ihres Mannes zu befreien, betont der Kritiker. Neben dem berührenden Porträt einer Frau, die vor allem durch ihre Begabung zu netzwerken hervorstach, liest der Rezensent auch ein faktensattes Buch über das Bauhaus und seine Akteure.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.01.2019

Petra Kohse staunt, dass Jana Revedin mit ihrem Buch noch einmal ganz neue Seiten der Bauhausgeschichte aufblättert. Getarnt als Lebensgeschichte der Gropius-Gattin Ilse Frank entpuppt sich die Arbeit laut Kohse als Blick auf das Bauhaus als "Damenprogramm" zum Gründungsjubiläum. Wie stark der Einfluss und das Wirken von Ise Gropius war, kann Revedin anhand von Tagebüchern verdeutlichen. Dass sie dabei auch unaufdringlich und authentisch den Zeitgeist, die Aufbruchstimmung, aber auch die Rückschläge durch das NS-Regime einfängt, Missverständnisse aufdeckt und beispielhaft bedeutsame Begegnungen schildert und mal heitere, mal weniger heitere Anekdoten erzählt, gefällt Kohse. Mit Leichtigkeit gelangt die Autorin nicht selten zum Kern der Ereignisse, verspricht die Rezensentin.