Alain Claude Sulzer

Annas Maske

Novelle
Cover: Annas Maske
Edition Epoca, Zürich 2001
ISBN 9783905513233
Gebunden, 120 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Die Sopranistin des Stuttgarter Hofopernhauses Anna Sutter wurde am 29. Juni 1910 von ihrem Liebhaber, dem Dirigenten Aloys Obrist, ermordet. Tausende gaben dem "Sutterle" das letzte Geleit, Zeitungen schickten Reporter, die Polizei veröffentlichte Bulletins. Alain Claude Sulzer hat sich des carmenesken Dramas angenommen und es um einige Spekulationen erweitert.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.01.2002

Eine Opernsängerin, deren berühmteste Rolle die "Carmen" ist, wird von einem verschmähten Liebhaber getötet, der richtet sich gleich darauf selbst, während im Schrank der wirkliche Liebhaber Zeuge der Tat wird. Ein Plot, der nach der wüsten Fantasie eines schlechten Schriftstellers klingt - und doch beruht die Novelle, die diese Geschichte erzählt, auf einer durch und durch wahren Begebenheit. All dies widerfuhr der Operndiva Anna Sutter im Jahr 1910. Claude Sulzer schreibt entschieden gegen die Kolportage an und hat aus der Vorlage der Ereignisse, so die Rezensentin Beatrice Eichmann-Leutenegger, eine "karge, beinahe puritanische" Novelle gemacht, die aus einem "Puzzle verschiedener Stoffelemente" besteht. Eichmann-Leutenegger ist sich nicht ganz sicher, ob der totale Verzicht auf die "Innenschau" dem Buch wirklich gut tut; das ändert aber nichts daran, dass sie das Buch "insgesamt fesselnd" findet und auf "höchst einprägsame Momente" verweisen kann.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.01.2002

Beeindruckt zeigt sich Sandra Kluwe von dieser auf einer wahren Geschichte basierenden Novelle. Alain Claude Sulzer erzählt das Liebesdrama zwischen der Opernsängerin Anna Sutter und dem Dirigenten Aloys Obrist, dass mit der Ermordung Sutters durch Obrist endete. Kluwe lobt besonders, dass "Dokumentation und Erzählung, Außen- und Innenperspektive" ineinander übergehen: Ausschnitte aus Briefen, Polizeiberichten, Theaterkritiken, Nachrufen wechselten sich ab mit erzählten Passagen. Die Unterbrechung "des Fiktionalen ? durch das Dokumentarisch-Direkte" findet, so Kluwe, seine Entsprechung im Erzählerischen und in Suters "Montagekunst". Und so bescheinigt sie dem Autor auch "großes erzählerisches Raffinement".
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