Albert Drach

Albert Drach: Gedichte

Werke, Band 10
Cover: Albert Drach: Gedichte
Paul Zsolnay Verlag, Wien 2009
ISBN 9783552052710
Gebunden, 541 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Schon der Gymnasiast veröffentlichte am Anfang des 20. Jahrhunderts Gedichte in der Zeitung, die nach dem Ersten Weltkrieg unter dem Titel "Kinder der Träume" auch in Buchform herauskamen; für 45 Jahre sollte dies Albert Drachs einziges Buch bleiben. Ehe er 1953 von sich aus seine lyrische Produktion für beendet erklärte, entstanden ganze Gedichtzyklen, an denen er immer wieder arbeitete, um sie, meist vergeblich, für den Druck vorzubereiten. Erst mit dem vorliegenden Band 10 der Werkausgabe, nach den Forschungen von Herausgeber Reinhard Schulte, ist es möglich, die gesamte Breite von Drachs Lyrik zu überblicken und diese Lücke in der Literaturgeschichte zu schließen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.11.2009

Walter Hinck sagt es nicht gern, aber er kann bei allem Wohlwollen in Albert Drach keinen "genuinen Lyriker" erkennen. Der Rezensent erinnert in seiner Kritik an den Werdegang des 1902 in Wien geborenen jüdischen Autors, der vor den Nazis nach Frankreich floh und nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in einem Versteck überlebte. Nach Österreich zurückgekehrt schrieb er Theaterstücke, Prosatexte und Lyrik, brachte es aber nicht zu wirklichem Erfolg, resümiert der Rezensent. Bei der Sichtung der nun als Abschlussband des Gesamtwerks vorliegenden Gedichte, die von Reinhard Schulte hervorragend kommentiert und in eine sinnvolle Gliederung gebracht wurden, wie Hinck lobt, ist ihm wenig Begeisterung anzumerken. Mit den frühen Gedichten soll man sich seinem Rat zufolge gar nicht aufhalten. Wenn sich die Gedichte ab 1937/38 dann von Reim und allzu "starrem" Formgerüst befreien und zeitgeschichtliche Erfahrungen verarbeiten, findet Hinck sie schon eher überzeugend. Dennoch bleibt beim Rezensenten der Eindruck, dass Drach zumindest in den Gedichten seine Form nicht findet, seine Sprache nicht auf die "Höhe des Gewollten" gelangt und der "Funke" seiner Verse deshalb auch nicht auf die Leser "überspringen" kann.
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