Die in diesem Buch gesammelten Texte verstehen sich zunächst als Beitrag zu einer Disziplin, die gemeinhin mit "Architekturtheorie" bezeichnet wird, was zunächst nichts anderes meint, als konzentriertes "Nachdenken über Architektur", also Reflektion über das, was früher "Baukunst" hieß und ihr Wesen betraf. Im vorliegenden Fall handelt es sich um ein Buch über Architektur ohne "Bilder". Es liefert einzig zweihundert formstrenge "Denkbilder", komprimierte Gedanken resp. Denk-Figuren zur Architektur, und fünfundzwanzig poetisch offene "Raumbilder", gruppiert als Konstellation um einen unsichtbaren Kern herum: den des Metiers.
Rezensentin Brigitte Werneburg erzählt interessiert den Inhalt und Aufbau von Martin Kierens "Die zweihundert Bücher zur Architektur" nach. Der Architekt (und taz-Autor) zählt darin in Form von zweihundert auf den Seiten mittig platzierten Fünfzeilern die Literatur auf, die seine Ansicht von Architektur geprägt haben, erklärt Werneburg, die diese Fünfzeiler mit Gedichten vergleicht. Zwischendrin finde man außerdem immer mal wieder eine von fünfundzwanzig "Essayminiaturen", merkt die Rezensentin an. In welcher Reihenfolge man liest, sei egal, am Ende fügen sich die zweihundert Bücher sowieso entweder zum "streitbaren Manifest" oder zu einer profanen Variante des Stundenbuchs, schließt Werneburg, der offenbar beides recht ist.
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