Alex Garland

Das Koma

Roman
Cover: Das Koma
Goldmann Verlag, München 2004
ISBN 9783442310814
Gebunden, 158 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Rainer Schmidt. Was ist wirklich? Was ist Phantasie? Und ist das Leben mehr als nur ein langer Traum? Als Carl, ein junger Mann, eines Nachts mit der letzten U-Bahn nach Hause fährt, wird er Zeuge, wie vier Männer eine junge Frau belästigen. Er versucht, ihr zur Hilfe zu kommen, doch er wird brutal zusammengeschlagen - und erwacht erst nach einigen Tagen tiefer Bewusstlosigkeit im Krankenhaus. Etwas später darf er nach Hause zurückkehren, und dabei muss er eine schockierende Entdeckung machen. Denn die Welt, die ihn umgibt, ist ihm plötzlich fremd, und er hat das Gefühl, sich in einer beklemmenden Traumlandschaft zu bewegen, die ihm unerklärlich ist. Doch so verzweifelt er sich auch bemüht, aus dem Labyrinth, in das er geraten ist, herauszufinden - es scheint kein Entrinnen zu geben. Traum und Wirklichkeit sind so untrennbar miteinander verwoben, dass Carl sich heillos darin zu verlieren droht...

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.11.2004

Dieses Buch ist zwar laut Kolja Mensing weit weniger bestsellerverdächtig als das hollywoodgeweihte "The Beach" vom selben Autor, aber die Sympathien des Rezensenten gehören ihm trotzdem. Carl, der Held des Romans, verlässt nach einer Schlägerei das Krankenhaus wieder, doch allmählich verschwimmt alles in einem seltsamen, halluzinativen Nebel. Er begreift, dass er in Wahrheit noch im Hospital, im Koma liegt und sein ganzes Leben nur noch aus Träumen besteht. Am Ende fürchtet sich der komatöse Carl mehr vor dem möglichen Moment des Erwachens als vor der Weiterexistenz im Traumland. Die "bedrückende Atmosphäre" des Buchs wird durch "düstere Illustrationen" von Alex Garlands Vater noch verstärkt, konstatiert Mensing, der emphatisch propagiert: "Schlichter und schöner kann man wohl nicht davon erzählen, dass der Mensch dem Tod jeden Morgen ein Stück näher kommt: 'Du wachst auf, du stirbst.'"

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.11.2004

Der dritte Roman des britischen Autors Alex Garland, der mit seinem ersten Buch "The Beach" einen Sensationserfolg landete, ist bei der englischen Kritik durchgefallen, weiß Peter Henning. Er dagegen ist von diesem "irritierend schönen" Buch, in dem ein junger Mann ins Koma fällt und nach dem Erwachen Schwierigkeiten hat, sich wieder ins normale Leben einzufinden, begeistert. Das Buch werde von seinem Autor als "persönlicher Befreiungsschlag" verstanden, mit dem er sich von dem überwältigenden Bestsellererfolg seines Debütromans frei machen wollte und zugleich als "literarischer Substanznachweis" intendiert, erklärt Henning, dem das auch gelungen scheint. Er beschreibt "Das Koma" als "leises, zurückgenommenes" Werk, in dem der Leser durch die halluzinatorischen Wahrnehmungen der Hauptfigur Carl "wie über Nebelgrund" irrt. Was der Geschichte ihre "Spannung" verleiht, ist die "immer neu anschwellende Panik" Carls und die detaillierten Beschreibungen seiner "Physis und Psyche", preist der faszinierte Rezensent.
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