Aus dem Englischen von Jeannette Bauroth, Andrea Brandl, Karin Dufner, Sonja Hauser, Christine Heinzius und Ulrike Laszlo. London 2019. Das Leben meint es gut mit Maxim Trevelyan. Er ist attraktiv, reich und hat Verbindungen in die höchsten Kreise. Er musste noch nie arbeiten und hat kaum eine Nacht allein verbracht. Das alles ändert sich, als Maxim den Adelstitel, das Vermögen und die Anwesen seiner Familie erbt - und die damit verbundene Verantwortung, auf die er in keiner Weise vorbereitet ist. Seine größte Herausforderung stellt aber eine geheimnisvolle, schöne Frau dar, der er zufällig begegnet. Wer ist diese Alessia Demachi, die erst seit Kurzem in England lebt und nichts besitzt als eine gefährliche Vergangenheit? Maxims Verlangen nach dieser Frau wird zur glühenden Leidenschaft - einer Leidenschaft, wie er sie noch nie erlebt hat. Als Alessia von ihrer Vergangenheit eingeholt wird, versucht Maxim verzweifelt, sie zu beschützen. Doch auch Maxim hütet ein dunkles Geheimnis.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.05.2019
Nach "Fifty Shades of Grey" kann Susan Vahabzadeh auch mit dem neuen Roman von E. L. James ziemlich wenig anfangen. In "The Mister" arbeitet die illegal eingewanderte Alessia als Putzfrau bei frischgebackenen Earl Maxim, der sich bald des "misshandelten Rehs" annimmt und Alessia vor den albanischen Schleppern beschützt. Zwar gibt es dieses Mal Sex ohne Sado-Maso und die Rezensentin befindet die männliche Hauptfigur für "immerhin empathiefähig" und somit schon vielschichtiger als sein Pendant aus der Fifty-Shades-Reihe. Aber die Grundstruktur einer reaktionären "Rettungsfantasie" bei gleichzeitiger Kapitalismus-Begeisterung bleibt dieselbe und ödet Vahabzadeh unendlich an. Auch James' Prosa überzeugt die Rezensentin nicht, die sie an die "ungelenken Schreibversuche eines Teenagers" erinnert.
Warum bespricht man so'n Käse? Nun ja, E.L. James hat mit ihrem Softporno "Fifty Shades of Grey" hundert Millionen Exemplare verkauft und darf als die virtuoseste Bedienerin von Frauen- wie Männerfantasien gelten, schreibt Rezensentin Mara Delius in ihrer Kritik dieses neuesten Märchens der Autorin. Ja, Märchen sei der Roman. Man könnte auch sagen, Schmonzette mit ein bisschen Sex, denn die Hauptfiguren sind eine albanische Putzfrau mit Helena-Körper und Klaviertalent, und ein wohlgestalter junger Mann aus Chelsea, der nach dem Tod seines Bruders wider Willen Lord und Besitzer riesiger Ländereien wird. Klingt nach Rosamunde Pilcher mit Sexszenen und ist nach Mara Delius sehr guter Trash.
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