Alexander Flores

Die arabische Welt

Ein kleines Sachlexikon
Cover: Die arabische Welt
Reclam Verlag, Ditzingen 2003
ISBN 9783150182703
Broschiert, 288 Seiten, 6,80 EUR

Klappentext

Die arabische Welt steht mehr denn je im Brennpunkt des Interesses - wer sich eine Meinung bilden will, braucht möglichst konkrete Hintergrundinformation. Alexander Flores führt in die zentralen Themen ein und legt dar, wie die Araber selbst die Dinge sehen: Geschichtliche Aspekte finden ebenso Berücksichtigung wie aktuelle Tendenzen in Wirtschaft (z. B. Öl, Wasser), Gesellschaft (Religion, Frauen) und Politik (Palästinenserkonflikt, Golfkriege).

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.01.2004

Wolfgang G. Schwanitz zeigt sich recht angetan von Alexander Flores' Sachlexikon im handlichen Taschenformat, das in über achtzig "gekonnt" geordneten Einträgen mit den Klischees, die über die arabische Welt in Umlauf sind, aufräumen möchte. Wie Schwanitz berichtet, hat Flores die Begriffe modern gefasst. Der Eintrag "Arabischer Diskurs" etwa betreffe die Frage nach dem Selbstverständnis der Arabischen Welt, worin das Verhältnis zum Westen von zentraler Bedeutung sei. Der Westen habe in arabischer Wahrnehmung einen doppelten Charakter: materieller Wohlstand und kulturelle Dominanz, referiert Schwanitz. Die richtige Mischung zwischen kopierender Übernahme von westlichen Modellen und kongenialer Selbstentwicklung stehe noch aus, wie die Stichworte "Erziehung" und "Geschichte" verdeutlichten. Ein Hauptproblem liegt dabei in der Rollenzuweisung an die Frauen. "Flores hat eine glückliche Feder geführt", resümiert der Rezensent, "sein kleines Lexikon löst manche Stereotype auf".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.11.2003

Christoph Albrecht berichtet zunächst, dieses kleine Lexikon von Alexander Flores hole uns "bei unseren alltäglichen Vorstellungen ab", denn es gehe "von den Themen aus, die Fixpunkte der Medienberichterstattung" über den arabischen Raum sind. Entsprechend, erklärt der Rezensent, findet der Leser hier Stichworte wie "Frauen", "Menschenrechte", "Öl" oder "Verschwörungsdenken". Darunter, lobt Albrecht dann, stecke jedoch "eine klare thematische Gliederung"; behandelt werden geschichtliche und religiöse Grundlagen, unter dem Stichwort "Sunna" etwa, die vormoderne, etwa unter dem Stichwort "Abbasiden", und die moderne Geschichte des arabischen Raumes, unter "Wahhabiten"; außerdem behandele Flores die Sozialstruktur, die Wirtschaft und schließlich die Gegenwart. Es werde also, so Albrecht weiter, "ungefähr der Kreis der Themen abgeschritten", über die man als durchschnittlicher Mediennutzer "zusammenhängende Hintergrundinformationen" wünsche. Außerdem sind die Stichwörter untereinander durch Querverweise vernetzt. Flores habe hier für uns, lobt der Rezensent zum Schluss, "ein Fenster zu einer geschlossenen Welt" geöffnet.

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