Mit einem Vorwort von Mario Adorf und einem Nachwort von Reinhard Müller. Herausgegeben von Angelika Wittlich und Hilde Recher. Mehr als 300 Briefe, Postkarten und Telegramme hat Alexander Granach zwischen 1933 und 1945 an seine Lebensgefährtin, die Schweizer Schauspielerin Lotte Lieven geschrieben: Kluge, vitale, oft amüsante Schilderungen der Theaterszene im Exil, aber auch hellsichtige Beobachtungen der politischen Situation in Hitler-Deutschland und der Desillusionierung der Utopie Sozialismus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2008
Claude Sulzer begrüßt diesen von Angelika Wittlich und Hilde Recher herausgegebenen Band mit Briefen des berühmten Schauspielers Alexander Granach, der Deutschland 1933 verlassen musste. Die nun vorliegenden 279 Briefe, die Granach zwischen 1933 und 1945 an seine Frau Lotte Lieven geschrieben hat, vermitteln in Sulzers Augen ein anschauliches Bild vom Alltag im Exil. Ausführlich berichtet er über die Kindheit Granachs, seine galizische Herkunft, seine ersten großen Erfolge in Berlin, die Flucht vor der Gestapo nach Polen, die Zeit in Moskau und schließlich die Emigration in die USA 1938, wo der Schauspieler schnell Fuß fasste, in wichtigen Filmen mitwirkte und 1945 in New York nach einer Blinddarmoperation an einer Embolie starb. Die Briefe bezeugen für Sulzer auch den unbeugsamen, optimistischen, begeisterungsfähigen, offenen, großzügigen Charakter Granachs und seine Liebe zu Lotte Lieven. Mit Lob bedenkt der Rezensent die Herausgeberinnen des Bands für die Sorgfalt, mit der sie die Briefe ediert haben.
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