"schweif gemeinsam folgen // das aus dem fenster geschwobene bett / in nachtsamer kuppel, über den häusern // ein streng aufgeschürztes herz / ist mein blaues laken / darunter die stadt, welche nicht atmet // als stille sich dazu legt. weit weit hinten / fieberpunkte in industrietürmen oder / lichterketten, von riesen angebracht / vom weg abgekommen, abgeschweift // ein weiterer punkt / im finstersten himmelswinkel: komet / weit weit hinten. auf halber strecke / richtungswechsel, zickzack auch / komet erhält ein gesicht // 'willst du näher bei den sternen schlafen / all denen, die du verloren hast' // ich kann nur bejahen / ich erinnere mich vor allem an wärme.""körper von mann strahlt aus gift - wie es scheint. / leute nimmt abstände ein. / 'seht ihr nicht das gold, das aus ihm strömt.' /da wächst dunkelengel seine alte posaune aus dem maul." heisst es in dunkelengels nachrede 2 und einem der Texte aus dem bemerkenswerten Lyrikdebüt nachreden auf dunkelengel des Berliner Autors und Übersetzers Alexander Kappe.
Die Inhalte sind schon einmal nicht das Entscheidende dieser Gedichte, bemerkt Rezensent Tobias Lehmkuhl zu Beginn seiner Rezension des Gedichtbands Alexander Kappes. Das wäre ja ok, fährt er fort, wenn es stattdessen klar ausgearbeitete Motive gäbe, die zum Beispiel auf Innerlichkeit verweisen. Auch in dieser Hinsicht wird er nicht fündig und wendet sich deshalb der Frage zu, ob denn schließlich, quasi als letzte Sinnzuflucht, die Sprache selbst das Anliegen der Verse wäre. Selbst hier jedoch findet Lehmkuhl höchstens Ansätze interessanter Strukturen, die dann vor allem auf das Nicht-Verstehen verweisen. Sich des Sinnes zu entledigen kann eine Freude sein, stellt Lehmkuhl klar, insbesondere wenn es mit Witz geschieht, nur leider kommen die freudigen Aspekte der Sinnlosigkeit in Kappes Band zu kurz.
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