Aus dem Französischen von Sibylle Brockhaus.In einer Mischung aus Erinnerungen, Kritik, poetischen Betrachtungen und Anekdoten, entlarvt der (Drehbuch-)Autor Jean-Claude Carriere die Tricks, Täuschungen und Klischees der modernen Filmemacher und erklärt, wie sich das Kino allmählich von literarischen Kunstgriffen - zugunsten medienspezifischer Filmtechniken - befreit hat. Durch den Vergleich mit anderen Medien zeigt er, dass das Kino eine eigene Sprache ist, die gelernt werden muss, um verstanden zu werden. Mit dem gleichen Witz seiner Drehbücher erinnert sich Carriere an die Arbeit mit Regisseuren wie Jacques Tati oder Luis Bunuel. Er kritisiert das Bilderrepertoire und die Montagetechnik der zeitgenössischen Filmregisseure, die seiner Ansicht nach den Zuschauer daran hindern, nachzudenken oder gar den Film zu sehen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.01.2004
Der Rezensent Jörg Becker ist begeistert von dieser filmtheoretischen Abhandlung des Drehbuchautors Jean-Claude Carrière, der unter anderem mit dem Regisseur Luis Bunuel zusammen gearbeitet hat. Nach Meinung des Rezensenten hat diese Zusammenarbeit dieses 1996 im Original erschiene Buch auf jeden Fall um einige schöne Anekdoten bereichert. Doch auch den inhaltlichen Kern der Abhandlung findet der Rezensent sehr interessant: "die Unsichtbarkeit des Films durch Kino- und TV-Produktion". Dazu holt Carrière weit aus. Er analysiert zum Beispiel die Entwicklung der Filmsprache ebenso wie die "Verflüchtigung von Wirklichkeit im Illusionsmedium". Nach Meinung des Rezensenten merkt man dem Buch jedenfalls den Erfahrungsschatz seines Autors an: "Carrières Essay ist eine ungemein entspannte, aus großem Abstand geschriebene, welterfahrene Philosophie des Films und seiner Elemente".
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