Vielen Lesern ist Mary Shelley (1797-1851) nur als Autorin des Romans "Frankenstein", als Tochter der Frauenrechtlerin Mary Wollstonecraft und als Ehefrau des romantischen Dichters Percy B. Shelley bekannt. Aber nach ihrem furiosen Debüt schrieb sie fünf weitere Romane, über dreißig Erzählungen sowie Reisebeschreibungen, Essays, Rezensionen, Kurzbiographien, Briefe und Gedichte. Die Biografie erzählt vom bewegten Leben Mary Shelleys vor dem historischen Hintergrund Europas im frühen 19. Jahrhundert, von ihren Reisen in die Schweiz und nach Italien, ihren Beziehungen zu bedeutenden Dichtern und Denkern. Weibliche Rollenentwürfe zwischen Feminismus und Familie, der Kampf um Anerkennung und gegen die Vorurteile ihrer Zeitgenossen, eine große Liebe und ihr Verlust, prägten ihr Leben und Werk gleichermaßen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.01.2007
Alexander Pechmanns Biographie über Mary Shelley hat Rezensent Jürgen Kaube insgesamt zufrieden gestellt. Zwar wirkt das Buch auf ihn ein "wenig gehetzt geschrieben". Auch hätte er sich eine ausführlichere Behandlung von Shelleys Tagebüchern und Briefen sowie der Personen in ihrem Umkreis gewünscht, während ihm die Nacherzählungen ihres Romanwerks fast ein wenig zu eingehend ausgefallen sind. Aber er hält Pechmann zu Gute, Shelleys Leben "im Diesseits der Romantik" vor Augen zu führen. Damit meint Kaube den Mangel an Zuneigung und die familiären Katastrophen, die Shelley erleiden musste: die Mutter starb bei der Geburt, der Vater zeigte sich als Egoist, der Schwiegervater als hartherzig, die Halbschwester Fanny beging Suizid, ihr Mann war narzisstisch gestört, drei ihrer Kinder starben früh. Für Kaube ein "schauerliches Leben", das nur "zwischendurch romantisch" war.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.11.2006
Alexander Pechmann hat eine aufschlussreiche Biografie über Mary Shelley verfasst, lobt Rezensentin Susanne Ostwald. Shelley war die Tochter der Frauenrechtlerin Mary Wollstonecraft und später verheiratet mit dem berühmten Dichter Shelley, in dessen Schatten sie als Autorin zu Lebzeiten stand. Pechmann lese den "Frankenstein" der Urfassung als Vorläufer des modernen Science-Fiction im Gewand einer Gothic Novel, informiert Ostwald. Der Rezensentin gefällt zwar die umfangreiche Aufarbeitung von Shelleys Leben, stört sich aber an formalen Flüchtigkeitsfehlern und am zuweilen "blutarmen" Stil des Verfassers.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.10.2006
Wohlwollend äußert sich Rezensentin Hannelore Schlaffer über Alexander Pechmanns Biografie der "Frankenstein"-Autorin Mary Shelley, auch wenn sie im Einzelnen durchaus Kritik anzubringen weiß. Pechmanns Zurückweisung des feministischen Vorwurfs einer Benachteiligung Mary Shelleys kann sie zustimmen. Schließlich unterscheidet sich dieses weibliche Schriftstellerleben ihres Erachtens "in nichts von dem vieler schreibender Männer". Gleichwohl hält sie das Leiden für einen zentralen Aspekt von Shelleys Leben und verweist in diesem Zusammenhang auf deren familiäre Katastrophen und ihren schizoidem Ehemann, den sie als "übermächtigen Schwächling" kennzeichnet. Gefallen hat ihr bei Pechmann der Verzicht auf Sentimentalität und allzu gefühlige Empathie, was allerdings mit einem zeitweiligen Mangel an Anschaulichkeit zu korrespondieren scheint.
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