Selten war ein Leben so reich an Liebe, Eifersucht und tragischen Todesfällen, an künstlerischen Krisen, romantischen Begegnungen, an himmelhochjauchzendem Glück und tiefer seelischer Depression. Mit nur neunzehn Jahren schuf Mary Shelley, die früh Vollendete, jene Gestalt, die ihren Nachrum begründete: Frankenstein. Als Frau des Dichters Percy Shelley und Dichterfreundin Lord Byrons führte sie ein ganz und gar unbürgerliches Leben, ihrer Zeit weit voraus und wurde zur Kultfigur des 19. Jahrhunderts.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.11.2001
Schon die Aktualität des Frankenstein-Stoffes (apropos Reproduktionsmedizin!), mit dem sich der Name Mary Shelley verbindet, hält Klaus Harpprecht für ausreichend, das Interesse an der Autorin zu wecken. Wenn nun die "prometheischen Träume" Shelleys derart "klug akzentuiert" werden, wie in dieser Biografie, steht für den Rezensenten einer Beschäftigung mit ihnen endgültig nichts mehr im Wege. Umso weniger als der Leser, wie wir erfahren, nicht nur Leben und Werk "voller Sympathie, aber wo es nottut, auch mit kritischem Abstand" geschildert bekommt, sondern die Verfasserin darüber hinaus einen Blick in die Landschaft des europäischen Umbruchs im frühen 19. Jahrhundert gewährt. Für ein Mitglied der deutschen Professorenzunft, so krönt Harpprecht seine Lektüreempfehlung, schreibe Karin Priester "verboten gut."
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