Von der Schnecke bis zum Weißen Hai: Weltweit statten Forscher Tausende von Tieren mit Sendern aus, um sie per Satellit und am Computer zu verfolgen und zu kontrollieren, die Ergebnisse sind auf den Facebook-Profilen der einzelnen Tiere in der Lebenschronik sofort für alle einsehbar. Mit einem möglichst lückenlosen Internet der Tiere sollen deren Fähigkeiten für den Menschen nutzbar gemacht werden. Doch in Zukunft werden nicht nur Wasserschlangen vor Tsunamis und Bergziegen vor Vulkanausbrüchen warnen, mit dem Internet der Tiere wird sich auch unser Verhältnis zur Natur radikal wandeln. Gerät das gesamte Tierreich zum weltumspannenden Kontrolllabor? Bleibt von der umherschweifenden Naturerkundung bald nur noch der Blick aufs Smartphone? Brauchen Tiere ein Recht auf Datenschutz, um vor Wilderern bewahrt zu werden? Onlineexperte Alexander Pschera stellt das Internet der Tiere vor und kommt er zu dem überraschenden Schluss: Die neue Technik wird uns nicht von der Natur entfremden, sie schafft vielmehr ein neues Verhältnis der Nähe, das von Kenntnis und Achtsamkeit geprägt ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2014
Neugierig auf das, was da kommen möge, macht Alexander Pscheras Buch den Rezensenten Helmut Mayer, auch wenn Mayer den utopischen Perspektiven im Buch und dem Enthusiasmus des Autors durchaus skeptisch begegnet. Immerhin: Pscheras Kehrwende, weg von einem menschlichen Eingriffe verteufelnden Naturschutzbegriff, hin zu neuen, technischen Formen der Naturdurchdringung mittels Internet und twitternden Tieren, scheint Mayer zeitgemäß. Und fähig, Tieren zu einer neuen Darstellung zu verhelfen, einer die die Entfremdung zwischen Mensch und wildem Tier aufzuheben und ein neues Tier-Mensch-Verhältnis möglich zu machen imstande ist.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.10.2014
Haarscharf schrammt der Autor laut Hilal Sezgin an der Erkenntnis des Problems seiner These, das Internet wäre in der Lage die Beziehung zwischen Mensch und Tier zu ändern, vorbei. Was der Germanist Alexander Pschera über digitale Möglichkeiten formuliert, klingt Sezgin allzu hymnisch und wenig plausibel, so sympathisch sie seine Annahme, der Mensch sei biophil, auch findet. Kulturkritisch klagend versteigt sich der Autor laut Sezgin zu der Annahme, Tiere könnten dereinst bloggen (!). Statt der von Pschera fantasierten Vogel-App wünscht sich Sezgin eine nähere Beschäftigung mit Gefahren der Instrumentalisierung des Lebendigen.
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