Herausgegeben von Oliver Lubrich. Mitarbeit: Karl Schlögel. Mit seiner Russland-Reise im Jahr 1829 erfüllt sich für Alexander von Humboldt ein Jugendtraum. Nach dem Südamerika-Unternehmen dreißig Jahre zuvor ist es seine zweite große Expedition - die bislang jedoch weitaus weniger bekannt ist: Auf Einladung des Zaren Nikolaus I. bereist Humboldt die Weiten des eurasischen Kontinents bis an die chinesische Grenze. Mehr als 18.000 Kilometer werden er und seine Begleiter am Ende zurückgelegt haben. Während Humboldt die Natur erforscht - Berge und Gesteine, Tiere und Pflanzen und vor allem das Klima -, durchmisst er zugleich ein Imperium, das sich in einer Phase der Repression befindet. Von politischen Zwängen kann auch er sich nicht freihalten. Aus den Reisebriefen Humboldts an den russischen Finanzminister, an den Bruder Wilhelm und den Freund François Arago sowie dem Bericht seines Begleiters Gustav Rose hat Oliver Lubrich eine mehrstimmige Erzählung von dieser Expedition zusammengestellt. Sie vermittelt ein lebhaftes Bild des schon damals international berühmten Gelehrten, aber auch des einfühlsamen Bruders und Freundes.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.03.2019
Rezensent Cord Aschenbrenner reist mit Alexander von Humboldt 19000 Kilometer quer durch Russland. Dem gefeierten Naturwissenschaftler anhand von dessen Briefen und den Berichten seiner Reisegefährten auf der Suche nach Gold- und Platinvorkommen im Ural folgend, zeigt sich der Rezensent fasziniert von Humboldts natur- und völkerkundlichen Beobachtungen und von seinen Einblicken in die sozialen Verhältnisse in Russland. Die Montage der Dokumente zu einem "vielschichtigen" Band über gelehrte Deutsche, Naturwissenschaften, politische Beobachtungen und sibirische Mücken findet Aschenbrenner überzeugend.
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