Aus dem Amerikanischen von Guntrud Argo und Michael Kellner. A ist eine attraktive junge Frau.
B ist ihre Mitbewohnerin, die um jeden Preis so aussehen möchte wie A.
C ist As Freund und schaut mit ihr am liebsten Haifisch-Dokumentationen oder Pornos. Als A eines Tages verschwindet, ahnen B und C nicht, dass sie sie womöglich nie wiedersehen werden.
"A wie B und C" erzählt mit scharfem Blick und hintergründigem Humor von unserer Obsession, perfekt zu sein: wie Realityshows, Werbung und abstruse Trends uns in Beschlag nehmen und zu Leibeigenen unserer Körper machen.
Marlene Halser freut sich, dass Alexandra Kleeman in ihrem dystopischen parabelhaften Roman mit dem Selbstoptimierungwahn ein Thema aufgreift, das viel zu selten ins Licht rückt. Wie die Autorin den Wahn einer WG-Genossin beschreibt, die ihrer Mitbewohnerin immer ähnlicher zu werden versucht, die Story dann Fahrt aufnehmen lässt, um immer neue Pathologien der Moderne zu schildern und in eine dezidierte Konsumkritik münden zu lassen, trifft laut Halser ins Schwarze. Die Frage, was normal ist in unserer Gesellschaft, umkreist die US-amerikanische Autorin in ihrem "abgedrehten" Roman für Halser in gewinnbringender Weise.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.05.2016
Ziemlich gutes Buch, findet Meredith Haaf. Alexandra Kleemans Versuch, zeitgenössische Vollkommenheitsvorstellungen abzubilden, scheint ihr gelungen. So traurig und sinnlos auch ist, was sich auf die Art enthüllt - als intelligenter, mit Deleuze Gegenwartskritik betreibender dystopischer "Identitäts-Thriller" funktioniert Kleemans Debüt prima, meint Haaf. Welchen Nöten der Körper und die Identität in der modernen Welt ausgesetzt sind, kann ihr die Autorin unterhaltsam und doch anspruchsvoll anhand einer Dreierbeziehung vermitteln. Einen gewissen Mangel an erzählerischem Schwung kann die Rezensentin darüber glatt verzeihen.
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