Ethan Coen

Falltür ins Paradies

Stories
Cover: Falltür ins Paradies
Kein und Aber Verlag, Zürich 2005
ISBN 9783036951300
Gebunden, 256 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Detlev Ullrich. Ein jüdischer Junge beobachtet mit großem Staunen Aufstieg und Fall eines Rebellen an einer Hebräischen Schule - und muss in dunkle Abgründe in der eigenen Familiengeschichte schauen ... In "Cosa Minapolidan" geht Joe de Louie, ein kleiner fetter Mafioso, seinen Geschäften nach, und das ausgerechnet in der ganz unmafiosen Stadt Minneapolis - eine eigenartige Wahl ... Ein Mann mittleren Alters enthauptet seine Frau und erklärt dann in aller Seelenruhe, wie sie ihn zur Tat getrieben hat ... Willkommen in der Welt von Ethan Coen!

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.07.2005

Susan Vahabzadehs anfängliche Angst, dass Ethan Coens Kurzgeschichten nicht an seine Drehbücher, unter anderem für "Fargo", heranreichen, stellte sich ihr schnell als unbegründet heraus. "Die Erzählungen beschädigen die Filme nicht, sie vervollständigen sie", wie sie zufrieden festellt. Der Drehbuchautor erschaffe nicht nur Figuren, die "genauso komisch" sind wie das Personal in seinen Filmen, sondern gibt ihnen darüber hinaus noch ein wenig "Anteilnahme und Verzweiflung" mit, die in den fast zynischen Umsetzungen der Drehbücher durch das Brüderpaar manchmal fehlt, frohlockt die Rezensentin. Ihr dienen die Geschichten, deren Spektrum von der "bizarren" Krimi-Story bis zu unheimlichen Erinnerungen aus der Kindheit reicht, als "Hintertür zum Coen-Universum", mit der nicht nur die Einstellung der Regisseure zu ihren Figuren besser nachvollziehbar wird, sondern auch die Filme insgesamt "zugänglicher" erscheinen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.06.2005

Sehr bedauerlich findet Rezensent Peter Körte, dass man Ethan Coens Geschichten nur "in kleinen, homöopathischen Dosen" lesen könne, denn im Grunde verfügten sie über alles, was eine gute Geschichte brauche, vom Stoff bis hin zur Sprache. Woran es allerdings hapere, seien die Figurenschilderungen. Über seiner Begeisterung, Alltagsituationen in Absurditäten und witzige oder abgründige Pointen aufzulösen, vernachlässige er seine Charaktere derart, dass die Lektüre keinen nachhaltigen Eindruck hinterlasse. Da Coen es dem Leser kaum ermögliche, sich in die Figuren einzufühlen, bleibe "von dem, was sie erlebt und durchgemacht haben ... nicht viel übrig", meint Körte. So erblickt der Rezensent, der die Filme der Coen-Brüder sehr schätzt, im vorliegenden Band vor allem das unausgeschöpfte Potenzial eines erzählerischen Genies. Das Cover der Neuedition (vor vier Jahren waren die Erzählungen schon einmal auf deutsch erschienen) sei immerhin "eindeutig schöner" als beim ersten Mal.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de
Stichwörter

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…