Alexandre Jollien wird als Behinderter ständig mit Etiketten und Vorurteilen konfrontiert. Aber statt sich kategorisieren zu lassen, hat er sich aufgemacht zu entdecken, was den Menschen zum Menschen macht. Zwei wichtige Antriebskräfte für Jollien sind Erasmus mit seiner Überzeugung, dass man sich erst zum Menschen entwickeln muss,und Nietzsche mit seiner Aufforderung, über sich hinauszuwachsen. Ausgehend von seiner alltäglichen Erfahrung zeigt Jollien, welche Kraft man aus der Schwäche entwickeln kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.12.2003
Nach seinem Debüt "Lob der Schwachheit" schildert der sprach- und körperbehinderte Autor Alexandre Jollien in seinem neuen Buch "Die Kunst, Mensch zu sein" unpathetisch die Situationen behinderter Menschen, erfahren wir von Christian Mürner. Nichts werde hier heroisiert, nichts werde beschönigt, erklärt der Rezensent, sondern das Leiden als ein "existenzielles Drama" dargestellt. Als den wichtigsten Gedanken des Buches beschreibt Mürner, dass das Leiden Andere notwendig mache, was sich aber nicht nur negativ auswirke. Im Gegenteil: Die Kunst, Mensch zu sein, zeigt sich dem Rezensenten auch in dem Verlust der Autonomie, wie Jollien mit dem "Ravioli-Axiom" verdeutlicht. Das "Ravioli-Axiom" meint ein Leben in dem Wissen um das Angewiesensein auf die Hilfe anderer. Wie der Rezensent berichtet, geht es auf eine Anekdote aus dem Leben des Autors zurück: Jollien habe einmal ein Dose Ravioli nicht öffnen können und seinen Nachbarn um Hilfe gebeten. Der habe sich die heillos ramponierte Dose angeschaut und ihm eine neue geschenkt. Das Fazit des Autors: "Mein Unvermögen hat mir eine leckere Mahlzeit und eine neue Freundschaft beschert."
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