Herausgegeben von Anthony W. Riley und Christina Althen. Der vierte und letzte Band der "Kleinen Schriften" enthält in chronologischer Folge Kritiken, Vorworte, Einführungen, Berichte und Polemiken aus den Jahren 1933-1953 und ist wichtiger Bestandteil der deutschsprachigen Exil- und Nachkriegsliteratur. Er ist vor allem geeignet, den Blick auf die nachhaltigen Bemühungen Alfred Döblins um einen politischen und kulturellen Neubeginn nach 1945 wesentlich zu vertiefen und zu erweitern. Selbstironie, Streitlust und Polemik, virtuose Tempuswechsel und überraschende Verschiebungen der Perspektive, die einprägsame Diktion, mit der er historische Konstellationen, Persönlichkeiten und Werke umreißt - das alles kennzeichnet Alfred Döblin als Großmeister der essayistischen Prosa, die wesentlich zum umfangreichen Werk dieses modernen Klassikers gehört.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.09.2006
Gut, der Mann war kein Enthusiast. Die im vorliegenden vierten und letzten Band von Alfred Döblins "Kleinen Schriften" nachzulesenden, aus den Jahren 1933-1953 stammenden, meist bereits veröffentlichten etwa 120 Editorials, Besprechungen, Ansprachen und dergleichen haben es Hans-Albrecht Koch aber dennoch angetan. Aus der "mustergültigen" Edition, mit "ausführlichem" Kommentar und unter Einsicht der in Marbach lagernden Materialien, wie Koch dankbar vermerkt, hebt der Rezensent ein Zeitdokument besonders hervor: Die Broschüre um den "Nürnberger Lehrprozess" von 1946. Dieser Text sei "nüchterne Analyse" verschmolzen mit "leidenschaftlicher Ermutigung".
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