Marc Petit

Die verlorene Gleichung

Auf den Spuren von Wolfgang und Alfred Döblin
Cover: Die verlorene Gleichung
Eichborn Verlag, Frankfurt 2005
ISBN 9783821857497
Gebunden, 397 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Antoinette Gittinger. Der Schriftsteller Alfred Döblin und der Mathematiker Wolfgang Döblin: Marc Petit zeichnet in dieser literarischen Biografie ein fesselndes Doppelportrait von Vater und Sohn. Als sich die deutschen Truppen im Sommer 1940 dem Vogesendorf Houseras nähern, erschießt sich Wolfgang Döblin, der Sohn des Autors von "Berlin Alexanderplatz", als Soldat der französischen Armee. Sein Vater, dem die Flucht in die USA gelingt, erfährt erst nach dem Krieg von seinem Tod. Und es dauert noch viele Jahre, bis man in der Akademie der Wissenschaften in Paris auf einen Umschlag stößt, den der Mathematiker kurz vor seinem Tod dorthin verschickt hat.
Der Inhalt offenbart die Lösung für die berühmte Gleichung des Mathematikers Kolmogorow und entpuppt sich so als einer der wichtigsten Beiträge zur Wahrscheinlichkeitsrechnung. Mit dem Öffnen des Umschlags beginnt eine Spurensuche, die vom Berlin der Weimarer Republik ins Pariser Exil der Familie Döblin führt. Mit literarischer Raffinesse und detektivischem Spürsinn öffnet uns Marc Petit die Tür in eine Welt, in der vergilbte Papiere, zu mysteriösen Chiffren geronnene Tintenkleckse und wiederentdeckte Fotos so faszinierend sind wie die Lebensläufe der Protagonisten selbst.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.01.2006

Mit großer Faszination und Anteilnahme bespricht Rezensent Joseph Haniman dieses "extravagante" Buch des französischen Romanciers, Essayisten und Germanisten Marc Petit über Alfred Döblin und seinen Mathematiker-Sohn Wolfgang, der sich 1940 das Leben nahm. Den Rezensenten begeistert diese "posthume Begegnung zweier Genies" nicht nur als Dokumentation einer Vater-Sohn-Beziehung, sondern auch als ganz "eigenes Genre der biografischen Literatur". Das zusammengetragene Material findet Haniman eindrücklich und präzise recherchiert, die"historische Wirklichkeit" von Alfred Döblin und seinem hochbegabten Sohn dramaturgisch wirkungsvoll dargestellt. Besonders beeindruckt den Rezensenten Petits Fähigkeit, noch zwischen den entlegensten Details Verbindungen zu konstruieren. Auch wenn dabei das Faktische dem Phantastischen manchmal sehr nah kommt, die die "Demarkationslinie zur Fiktion" wird nicht überschritten, versichert Hanimann, der darin einen besonderen Reiz dieses Buches sieht, das er im Übrigen "souverän" von Antoinette Gittinger ins Deutsche gebracht findet.

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