Mit zahlreichen Abbildungen sowie Beiträgen von Ursula Bartelsheim, Joachim Breuninger, Willy Buschak u. a.. Die Funktion der Reichsbahn in Eroberungskrieg und Judenmord gehört zu den Schattenseiten der deutschen Technikgeschichte zwischen 1933 und 1945. Doch es gab unter einer Million deutscher Eisenbahner immer auch Männer, die ihren Eigensinn behielten und widerstanden: Durch den Druck von Flugblättern, durch Hilfe für Verfolgte, durch Weitergabe geheimer Informationen und sogar durch Sabotage. Viele von ihnen wurden ertappt und hingerichtet. Der Band stellt erstmals Hunderte von Namen aus dem Widerstand bei der Deutschen Reichsbahn zusammen. In 25 biografischen Einzelstudien werden zudem die Lebensläufe von bekannten wie von unbekannten Gewerkschaftern, Sozialdemokraten, Kommunisten und engagierten Christen bei der Staatsbahn exemplarisch beschrieben. Ihre Taten waren höchst unterschiedlich und wurden mit Zuchthaus oder Fallbeil geahndet.
Alfred Gottwaldt, seines Zeichens Leiter der Abteilung Schienenverkehr beim Deutschen Technikmuseum, hat mit seinen Biografien von Reichsbahnern, die sich gegen die Nazis stellten, gute und wertvolle Arbeit geleistet hat, lobt Rezensent Klaus Hillenbrand. Das Buch leiste auch eine überfällige "Ehrenrettung" für Menschen, die in der bisherigen Forschung weitgehend übersehen wurden. Zwar waren die Sabotagemöglichkeiten und der Erfolg der Eisenbahner begrenzt – sie konnten keinen der Züge, mit denen Juden deportiert wurden, zum Stehen bringen – trotzdem zeigt sich der Rezensent durchaus beeindruckt von dem "großen Mut", den ihre Aktionen ihm offenbarten.
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