Aus dem Englischen von Claudia Wenner. Wie Geschwister wachsen der vaterlose Zaki und Samar Api, seine rebellische Cousine, in einem großen bürgerlichen Haushalt Lahores auf. An der Spitze der ebenso streitlustigen wie liebevollen Familie stehen Zakis freigeistige Mutter Zakia und seine willensstarke, kulturell eher konservative Großmutter Daadi. Die stürmischen politischen Entwicklungen Pakistans spiegeln und brechen sich im intimen Prisma dieser verzweigten Familiengeschichte, doch der Puls des Lebens schlägt im Kleinen. Sethis Charaktere erfreuen sich des Lebens, selbst wenn alles dagegen spricht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.07.2010
Dank Ali Sethis Roman "Meister der Wünsche" kann Claudia Kramatschek einen faszinierenden Blick in die pakistanische Mittelschicht und nicht zuletzt in die Welt der "aufbegehrenden Frauen" werfen, wie sie angetan mitteilt. Der pakistanische Autor lässt den kurz nach den Anschlägen des 11. September zum Studieren nach Amerika gegangenen Zaki zur Hochzeit seiner Cousine nach Pakistan zurückkehren und von drei Frauengenerationen erzählen, erfahren wir. Auch wenn der politische Hintergrund überwiegend vage bleibt, spielt er für das Leben der Protagonisten eine bedeutende Rolle, sei es, dass die Großmutter unter den Folgen der gewaltsamen Teilung von Indien und Pakistan leidet, oder die Mutter sich als Gründerin eines Frauenmagazins mutig für Frauenrechte einsetzt, so Köhler gefesselt. Nach eigenen Angaben wollte Sethi mit seinem Roman das negative Bild Pakistans aufhellen und nach Meinung der Rezensentin tut er das mit ein wenig zu viel aufklärerischem Eifer. Dadurch erkläre Sethi mitunter mehr als er beschreibe, moniert die Rezensentin, die trotzdem findet, dass hier eine vielversprechende "Stimme" der englischsprachigen pakistanischen Literatur zu vernehmen ist.
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